Automobil – Z Car-System

Auch in dem kleinen Maßstab unserer Spurweite 1/220 gibt es schon seit längerer Zeit selbstständig fahrende LKW. Der Bastler „Bagger Hermann“ hat die ersten in Altenbeken 2014 verkauft. Ich konnte da nicht widerstehen und habe mir einen Bus zugelegt.

Inzwischen arbeitet Hermann mit Detlef Stahl (Norm24) zusammen, und sie bieten eine ganze Reihe von komplett fertigen Fahrzeugen an. Dabei sind schon diverse Änderungen in die Chassis eingeflossen, so ist z.B. die Lenkung weiter entwickelt worden.
Neben diesen beiden hat sich mit kkpmo nun eine weitere Partei in dieses Segment gewagt. Hier werden nur die Chassis angeboten, für den Rest ist man dann auf Karosserien von Kibri oder Shapeways angewiesen.

Ein Konzept für eine Strecke hatte ich anfangs nicht. Ich war einfach nur davon fasziniert, dass ich nun so einen kleinen fahrenden Linienbus hatte. Bei der Planung meines aktuellen Moduls Ratekau habe ich dann von Anfang an eine Car-System-Straße eingeplant. Die Strecke sollte auch auf einem kleinen Modul plausibel erscheinen und einige Raffinessen bieten.

Hier zeige ich meinen ersten Fahrversuch auf der Strecke mit Magnetband, das provisorisch mit Krepp überklebt ist.

Der kleine Bus schafft problemlos die Steigung rund um den See, auch die Kurvenradien meistert er locker. In späteren Beiträgen werde ich zeigen, wie ich die Straße baue und wie ich Überhol- und Bremsbereiche realisiert habe.

 

Vom Modulrahmen zum Rohbau

Meine letzten Beiträge hatten wenig mit dem weiteren Baufortschritt des Ratekau Moduls  zu tun.

Das will ich an dieser Stelle ändern! 😛

In der folgenden Bilderserie beschreibe ich, wie es zu dem „Innenleben“ in meinen Modulkästen kommt.

Nach dem Bau des Modulrahmens erstelle ich im nächsten Schritt die Gleistrasse. Wichtig ist hierbei, dass sie absolut stabil ausgeführt wird. Die Züge üben später keine großen Kräfte auf den Unterbau aus. Der Betriebsleiter hingegen schon. Die jederzeit wichtige Gleisreinigung wird immer mit etwas Druck durchgeführt, um die Gleise sauber zu bekommen. Da darf sich dann nichts durchbiegen. Auch Feuchtigkeit soll sich nicht negativ auswirken können.
Jetzt denkt manch einer: „Wie soll Feuchtigkeit auf die Modelleisenbahn gelangen“?
Das geht schon beim Schottern der Gleise und später dann beim Begrünen los. Mehr dazu später …
Um eine hohe Stabilität zu erreichen, verwende ich 12mm starkes Sperrholz als Trassenbrett. Trotz dieser Materialstärke wird es von unten zusätzlich durch eine aufgeleimte Leiste verstärkt. Das alles liegt dann auf verschiedenen Querstreben. (Der Messebetrieb ist hart  😎 )
Auf das Trassenbrett werden probeweise die Gleise verlegt und der Streckenverlauf mit Hilfe einer Unterlegscheibe übertragen.
Die Gleise fixiere ich mit Stecknadeln, damit sie bei dieser Arbeit nicht verrutschen.
Ich verwende inzwischen ausschließlich Flexgleise für den kompletten Streckenverlauf. Das ist etwas mühsamer als Standardgleise mit fertigen Geraden und Radien zusammen zu stecken, sieht später aber deutlich harmonischer aus!
Die entstandenen Hilfslinien sind die Außenkanten meiner Korkstreifen, die den Bahndamm nachbilden sollen.
Entlang dieser Linien klebe ich dann die untere Lage meines späteren Bahndamms.
Wie genau der aussehen soll, und wie ich das löse, hatte ich hier bereits beschrieben.
Korkstreifen schneide ich mir selber aus 2mm starker Korktapete zu. Die Rolle reicht für alle Module, die ich je bauen werde.
Nach dem vollständigen Durchtrocknen verleime ich die zweite Korkschicht.
Wie ich das genau mache, habe ich vor längerer Zeit hier beschrieben. Ich wiederhole mich hier also ein wenig.
Am Ende des Moduls dürfen die Korkstreifen gerne überstehen, das Material lässt sich mit einer Klinge sehr gut ablängen.
An der Modulkante ist es besonders wichtig, dass die Verklebung hält, da die Übergänge später auf Ausstellungen beim häufigen Verbinden und Auseinandernehmen stärker belastet werden.
Nach ausreichender Trocknungszeit nehme ich schwarze Abtönfarbe und pinsel den Bahndamm damit flächig ein. Dadurch wird verhindert, dass später Fehler im Schotterbelag auffallen.
Jetzt wird es langsam Modellbahn 🙂
Auf die getrocknete Abtönfarbe werden erneut die Gleise verlegt und mit Stecknadeln fixiert. Ich pieke in jedes Loch, das in den Gleisen für die Gleisnägel vorhanden ist, eine Stecknadel.
Ein wichtiges Werkzeug beim geraden Verlegen von Flexgleisen sind die Krause-Gleisbauklammern. Hiermit kann der parallele Gleisabstand genau eingestellt werden. Beim Verlöten der Gleisenden nehmen sie überschüssige Wärme auf und verhindern das Schmelzen der Plastikschwellen. Zusätzlich nehmen sie die Kräfte auf, die beim Biegen der Flexgleise entstehen und verhindern ein Zurückschnellen in die Ausgangslage.
Liegt alles gut, wird geschottert. Das habe ich hier beschrieben.
Nun, wo die Bahntrasse fertig und getestet ist, werden die Bereiche links und rechts des Bahndammes erstellt. Für die ebenen, später bebauten Flächen, verwende ich Sperrholzplatten (4mm), für die Bereiche ohne Bebauung verwende ich ein altes Geschirrtuch, in das ich eine unregelmäßige Kontur einarbeite. Mit Drahtgittergeflecht kann man das natürlich auch machen.
Für meine Windturbine wird ein stabiles Fundament erstellt, damit der lange Hebel des Turms keine Schäden im Untergrund verursachen kann.
Hier in der Region stehen die Türme immer auf kleinen Erdwällen. Diese Kontur habe ich auf eine Holzscheibe übertragen, sie wird später durch das Geschirrtuch erhalten bleiben.
Das Geschirrtuch tackere ich an Holzleisten und Kanten fest.
Ich bringe es in Form und festige es nun mit einem leichten Überzug aus Holzleim, damit später der Gipsüberzug nicht zu einem schlaffen Durchhängen des Tuches sorgt. Diese Problem ist bei Drahtgittergeflecht natürlich nicht vorhanden.
Nach Trocknung des Holzleims überziehe ich die unebenen Geländeflächen dünn mit Gips. Den habe ich schon beim Anrühren mit Abtönfarbe versehen. Das hat den Vorteil, dass später keine weißen Stellen durchblitzen. Auch Bohrstellen für Kabel o.ä. ergeben dann nicht hässliches weißes Bohrmehl.

Langsam springt die Fantasie an, und es ist zu erahnen, wie es später alles aussehen wird.

 

 

 

Chemnitz 2017

Vom 13. bis 15. Oktober 2017 fand in Chemnitz eine große Modellbahnausstellung unter Beteiligung der Eisenbahnfreunde Bad Schwartau statt.

Mit unserer recht großen Modulanlage waren wir ein echter Magnet in der Ausstellungshalle, in der ansonsten noch viele Flächen frei blieben.
Fand man im Foyer die Händler, so waren in der Halle mit wenigen Ausnahmen nur die Anlagen von Vereinen und Einzelpersonen zu finden.
Neben uns stellten einige Freunde aus Chemnitz ihre Kleinodien in der Spurweite Z aus.

Wir hatten in Chemnitz ein tolles Publikum!
Trotz fehlender Absperrungen gab es keine Kinderhände auf der Anlage, dafür viele sehr interessante und ausgesprochen fachkundige Gespräche.
Nach meinem Eindruck konnten wir im Z-Bereich fast mehr Besucher begeistern, als die anderen Stände in der Halle. Für uns hat sich der weite Weg in jedem Fall gelohnt.
Schade war, dass aufgrund des guten Wetters ca 3000 Besucher weniger kamen, als im Vorjahr. So waren es ca 4500 Besucher an den drei Tagen.

An dieser Stelle kommt mein virtueller Rundgang um unsere Modulanlage:

Unser großes Wendemodul mit vier Speichergleisen, gebaut und betreut von Ulli. Hier wird das Rollmaterial aufgegleist und während des Betriebs geparkt.
Dazu ist es der Treffpunkt aller Standmitglieder.
Links, etwas versteckt, ist in einer kleinen Vitrine der Nachbau unseres Vereinshauses, des Stellwerks ‚Sn‘ zu sehen.
Über die drei Buntekuhmodule geht es in die Waldkurve.
Der geschwungene Streckenverlauf und eine dichte Szenerie laden zum Verweilen ein.
Leider wird es diese Module nicht mehr im Verbund mit den anderen geben, da Ulli alles digitalisieren wird, und sie dann nicht mehr mit dem Rest kompatibel sind.
Die Waldkurve mit Funkturm, Feldern auf denen zurzeit Heu getrocknet wird. Hier passiert gerade das doppelte Lottchen (V36) das Modul mit einigen Personenwagen.

 

Das Bahnhofsmodul stellt bahntechnisch das Herz der Modulanlage dar.
Hier werden, da wir analog fahren, die Abstände der Züge korrigiert und langsame Einheiten zwischengeparkt, damit schnellere Einheiten passieren können. Somit ergibt sich für die Besucher im Idealfall ein abwechslungsreicher und interessanter Betrieb.
Noch einmal der große Bahnhof im Mittelpunkt der Anlage mit sieben Durchgangsgleisen und einem Stumpfgleis. Dahinter ist das kleine Modul Kleinensee zu sehen, das sich gestalterisch nahtlos anfügt.
Eggis Kurve und Franzis Reiterhof gefolgt vom dem Museumsmodul von Peter Kahl, an dem Eggi gerade Dienst am unteren autonomen Hafenbereich schiebt.
Je mehr sich bewegt, desto mehr Besucher interessieren sich für eine Anlage …
Heidis große Brücke, die nach dem Vorbild der Hammer Brücke bei Neuss von dem MiWuLA-Brückenbauer Gaston Burkhardt aus Holz nachgebaut wurde.
Peter und Niels kontrollieren und regulieren hier gerade den Ablauf des Zugbetriebs. Das ist nötig, da die gleich folgende Wende keine Stoppstrecke hat, und die Züge dort einfach durchfahren.
Der Abschluss an dieser Seite der Anlage findet durch ein kleines Wendemodul statt.
Damit die Zuschauer wissen, wer wir sind, und woher das alles kommt, gibt es außerdem eine Infotafel unseres Vereins.
Hier ein Blick von der Galerie in den linken Bereich der Ausstellungshalle Und hier die Sicht von oben auf den zentralen Bereich der Halle. Gut sehen, dass noch ausreichend Platz für weitere Aussteller vorhanden wäre … Blick von unserem Stand in die Halle. Es hätten gerne mehr Besucher sein dürfen.

Am Aufbautag haben wir die noch vorhandene freie Zeit genutzt, um uns die Stadt anzusehen. Dazu gehört natürlich auch das denkmalgeschützte Eisenbahnviadukt, um das gerade ein Streit entbrannt ist. Abriss oder Sanieren. Wir sind für Sanieren, die Brücken in Lübeck sehen deutlich schlimmer aus und werden saniert, zum Glück.
Bei der Reise durch die Stadt ist uns aufgefallen, dass hier vermutlich gerne international gegessen wird. Restaurants mit heimischer Küche waren kaum zu finden. Daher sind wir dann doch in der Nähe unseres Hotels an der Messe eingekehrt.
Der Kontakt zu den heimischen Zettlern lag uns am Herzen. Das war besonders schön am Freitag, als Schorsch und Willi mit Frau uns begleitet haben.
Schorsch hat die ganze Truppe bestens unterhalten. Egal ob als Hochzeitsantragssteller, als Hochzeitstanzlehrer oder später als Servicekraft. Nach den ganzen anstrengenden Tätigkeiten muss man sich natürlich bei einem kleinem Bierchen erholen, so auch Schorsch. 😉  Als er das Bierglas serviert bekam, war selbst er überrascht, aber die Servicekraft des Restaurants hatte auch reichlich Humor!

Später wurden noch sämtliche mitreisenden Damen mit Rosen und anderen Blumen verwöhnt. Wir hatten unseren Spaß, wirklich köstlich.

 

Hier geht es zu Jans Messenachlese auf der Seite der Eisenbahnfreunde Bad Schwartau.

 

 

Transportkistenbau 2

In meinem vorherigen Beitrag stellte sich der Bau der Transportkiste recht einfach dar.
Hier will ich jetzt zeigen, dass es auch möglich ist, kompliziertere Kistendeckel selber anzufertigen.
Der Tischler kann liegen bleiben 😉

Um einen guten Anfang zu erhalten, fange ich bei der rechtwinkligen Eckverbindung an (auf dem Bild rechts). Diese kann ich gleich mit einer Leiste verstärken, und die beiden Seiten stehen sofort und kippen nicht mehr weg.

Die ganzen braunen Dinger, die auf dem Foto wild herumliegen, sind 2mm Korkstreifen, die den Mindestabstand zum Modulkorpus sicherstellen.

Denn wie ich schon im vorherigen Beitrag schrieb, ist es wichtig, dass der Deckel nicht zu eng am Kasten anliegt.

Jetzt werden schrittweise die nächsten Seitenwände verleimt.
Wichtig ist es immer, ausreichend Trockenzeit einzuhalten. Ansonsten zerstört man die Arbeit an den vorherigen Seitenwänden, oder am Ende ist alles schief. Um ein gutes Ergebnis zu erreichen, kontrolliere ich während der Arbeiten die Winkel permanent und versuche so gut es geht, alles mit Einhandzwingen und anderen Dingen (Holzklotz und Flasche) zu fixieren 😛
Hier hat sich der Kreis geschlossen. Alles bleibt bis zur kompletten Abtrocknung fixiert.

Die Seitenwände sind wieder aus 6mm starkem Sperrholz. Den Deckel lege ich nach dem Trocknen auf und zeichne die Sägelinien an. Dadurch bekomme ich auch diese etwas schwierigere Form recht einfach hergestellt. Vor dem Verleimen des Deckels zeichne ich in der Kiste die Höhenlinien der Modullandschaft nach.

Für den Deckel nehme ich für eine höhere Stabilität 8mm starkes Material. Nachdem der Deckel verleimt und getrocknet ist, schleife ich die Kanten mit einem Schwingschleifer. Dadurch ist später alles wie aus einem Guss.

Alle Kanten bekommen, wo sinnvoll möglich, Verstärkungsleisten. Die Kisten sollen beim Transport ja einiges wegstecken können. Denn die Erfahrung zeigt, auch die Vereinskollegen, die um die Empfindlichkeit der Module wissen, gehen auf Ausstellungen mit den verpackten Modulen recht ruppig um.

Transportkistenbau

Nachdem ich im Baumarkt alle Holzteile entsprechend der Zeichnung habe zuschneiden lassen, beginne ich mit dem Bau der Transportkiste.

Bei einem rechteckigen Modul gestaltet es sich recht einfach.
Die zugeschnittenen Holzstücke werden um das Modul positioniert um zu sehen ob evtl ein Rechenfehler vorliegt (niemals 😉 ).
Das graue Teil auf dem Foto ist ein Stück Kunststoff, das so dick ist, wie später der Luftspalt zwischen Modul und Kasten.
In Schritt eins wird das Modul mittig seitlich auf das lange Kistenteil gelegt, an der Unterseite noch ohne Abstandhalter.
Die kommen nach dem Ausmessen vor die Modulstirnseiten.
Mit Bleistift und Lineal wird nun die Kante des Moduls in voller Höhe/Länge auf das Seitenteil übertragen.
Zwei im Vorfeld zugeschnittene Vierkantleisten werden nun an der späteren Kisteninnenseite auf der Seitenwand verleimt. Die Leisten im Inneren der Kiste sind nur so lang, dass sie später vom Kistendeckel bis zur Moduloberkante reichen. Ist der Leim Trocken, wird an diese kurze Leiste die Stirnplatte mit der Außenleiste verleimt und mit Zwingen gesichert. (Foto links)
Diesen Schritt wiederholt man dann auf der anderen Seite.
Das Ergebnis sieht dann wie auf dem Bild links aus. Das Modul habe ich heraus gehoben, damit es sich nicht ausversehen mit den Seitenwänden verklebt.
Ausreichende Trocknungszeiten sind ohnehin zwischen den Arbeitsschritten zu empfehlen.
Für die letzte Seitenwand wird das Modul wieder zwischen die Kistenseiten gestellt, dieses Mal allerdings kommen die Abstandshalter unter das Modul und ggf. auch auf das Modul. Das ist von der Dicke der Abstandhalter abhängig.
Jetzt wird die letzte Seitenplatte mit den beiden Seitenteilen verleimt.
Sind die Verleimungen der Seitenteile trocken, wird die Deckelplatte darauf verleimt und die Kiste ist fertig. Allerdings habe ich vorher noch das Geländeprofil mit Bleistift auf die Kisteninnenwand gezeichnet. So ist auch an der fertigen Kiste zu erkennen, wo im inneren am meisten Platz vorhanden ist. Dieser Freiraum kann später zum Lagern von Gebäuden und sonstigem Zubehör genutzt werden.
An den Stirnseiten habe ich die Seitenwände zusätzlich mit Leisten verstärkt.

 

 

 

Modultransport

Auch das neue Modul Ratekau, das aus zwei Segmenten besteht, soll wieder auf Messen im Verbund mit anderen Modulen präsentiert werden. Dafür benötigt es eine vernünftige Transportverpackung.
Sie ist für den Schutz und das Verstauen von Dingen nötig, die zu diesen beiden Segmenten gehören. Dazu zählen die Modulbeine, Trafos, Kabel, Gebäude usw…
Ist alles was benötigt wird an den Modulen und den Transportkisten befestigt, erlebt man auf einer Ausstellung keine böse Überraschung, weil die Hälfte fehlt.
Am wichtigsten sind die Modulbeine, sie bekommen eine Halterung unter den Modulen, so können sie nie vergessen werden.

Das für die Kisten benötigte Material ermittle ich genau. Hierfür erstelle ich vor dem Kauf des Holzes im Baumarkt eine Zeichnung. Anhand dieser Zeichnung berechne ich die Maße der benötigten Holzplatten.

Auf der Zeichnung links habe ich die Dimensionen für die Holzkiste, die die Segmente später ummanteln soll, eingezeichnet. An den jeweiligen Stirnseiten plane ich einen Überstand von ca 2cm. Dadurch kann ich auf Grifflöcher verzichten, da sich an den Überständen die Kisten zum Tragen gut anfassen lassen. Keine Tragelöcher in der Kiste, heißt auch kein Staub oder Feuchtigkeit die hierdurch eintreten könnten. Ein weiteres Problem durch die Grifflöcher an meinen Modulen war, dass man beim Reinstecken der Finger doch an Kabel oder Gestaltungsgegenstände heran langen und etwas zerstören konnte. Das ist bei einer geschlossenen Kiste eben nicht möglich.

Zur Berechnung der Seitenwanddimensionen addiere ich die Materialstärke der Stirnseiten zuzüglich ca 2-3mm Luft zwischen Modulaußenwand und Modulkiste plus den Überstand zur Modullänge zusammen.
Wäre kein Luftspalt zwischen Modul und Kasten vorhanden, ließe sich der Deckel nur schwer aufsetzten oder abnehmen, da die Luft weder entweichen noch einströmen könnte. Zudem wäre die Reibung zwischen Deckel und Modul zu groß um den Deckel geschmeidig vom Modul heben oder aufsetzen zu können.

So habe ich das Format der Kistenbretter berechnet:
Länge des langen Seitenteils + 2 x 2mm für den Luftspalt + 2 x 8mm Material + 2 x 20mm Überstand.
Der Wert der der beim Zuschnitt der Bretter auf die Länge der Seitenteile addiert wird, beträgt ca 6cm.
An den Stirnseiten wird der Überstand weggelassen, es sind somit nur 2cm die zur Modulbreite addiert werden müssen (2x Materialstärke und Luftspalt).

Die Gesamthöhe der Kisten haben wir bei den Eisenbahnfreunden Bad Schwartau und dem Freundeskreis der Spur Z Hamburg auf 30cm festgelegt, damit alles vernünftig stapelbar bleibt.

Mit den so ermittelten Maßen lasse ich dann im Baumarkt die Bretter zuschneiden.
Bei der Materialstärke habe mich später für nur 6mm an den Seitenwänden und 8mm für die Deckelplatten entschieden. Eigentlich wollte ich die Seitenwände gleichstark anfertigen, habe mich aber um Gewicht zu sparen für die dünnere Variante entschieden. Stabilität bekommen diese dünneren Bretter der Seitenwände später noch durch Leisten. Den Deckel habe ich, damit er nicht durchbiegt und dem Kasten Stabilität verleiht, in 8mm Stärke zusägen lassen.

 

Baubericht Bahnhof Ratekau

Stellte ich im vorigen Beitrag die Beweggründe zum Bau des Bahnhofs und die Recherche dafür dar,  zeige ich nun wie ich das Projekt in die Modellbaurealität umgesetzt habe.

Nachdem ich glücklicherweise Zeichnungen von dem Gebäude erhalten hatte, konnte ich hiernach und nach eigenen Fotos, eine Vorlage erstellen um für den Bahnhof eine Ätzplatine fertigen zu lassen.
Dadurch bekomme ich einen robusten und akkuraten Korpus der nach dem Lackieren dem Vorbild stark ähneln sollte.


Da die Geschossdecke im geätzten Blech vorhanden ist, brauche ich nur die Seitenwände herunter zu klappen, schon ist ein erster Eindruck des Gebäudes vorhanden. Auf der Straßenseite muss die Seitenwand am Übergang vom Güterschuppen zur Wartehalle gebogen werden.
An den Stirnseiten verlöte ich die Giebelwände des Güterschuppens und auf der anderen Seite des Wartesaals.
Zwischen Güterschuppen und Wartesaal gibt es auch eine Giebelwand. Hier war ich bei der Vorlage bequem und habe die Höhe nicht berechnet, daher muss ich jetzt Maß nehmen und das Teil ablängen. Von innen werden die Außenwände zur Verstärkung mit Polystyrolprofilen  verklebt. Sie stellen später Tische und Bänke dar.

Auf der Gleisseite habe ich das Fachwerk ausgespart. Dadurch kann ich später mit recht wenig Aufwand das weiße Fachwerkgebälk in diese Aussparungen kleben. Die Lackierung ist dadurch einfach und präzise.

Erstmals habe ich Mauerwerk bei einer Ätzvorlage berücksichtigt und war überrascht wie gut das nach dem Ätzen zu sehen ist.


Hier ist der Innenbereich des kleinen Bahnhofs zu sehen. Ich habe in der Ätzvorlage die Zimmerwände berücksichtigt und sie auch bei Modell vorbildgerecht eingesetzt.

Ich kann während der Bauphase nicht abschätzen ob die später durch die Fenster zu sehen sind. Sollte das nicht der Fall sein, habe ich trotzdem ein gutes Gefühl 😛


Der ganze Bau kommt nun unter die Spritzpistole. Gewählt habe ich ein Ziegelbraun von Gunze.

Nachdem das Gebäude seine Farbe bekommen hat klebe ich die Fensterrahmen und Türen ein. Die wurden vorher weiß bzw grau lackiert.
Etwas Glück habe ich bei den Maßen der Fenster. Ein Fehler ist der, dass ich alle kleinen Fenster in einer Größe gezeichnet habe. Zwei sind aber kürzer, allerdings genau ein Drittel, so kann ich mit der Schere durch das Entfernen eines Fensterelementes diesen Fehler beseitigen.

Das Fachwerkelement ist weiß lackiert und wird in die Aussparungen verklebt.


Für die Dächer habe ich auf der Ätzplatine nichts vorbereitet. Die passe ich nun direkt am Gebäude aus Polystyrolresten an.

Es dauert etwas bis ich die richtigen Maße für die Seite der Wartehalle heraus habe, hier ist es ein Walmdach (links).

Einfacher stellt sich der Nachbau des Satteldaches auf dem Güterschuppen dar.


Auf die Polystyroldächer kommt 1000er Schmirgelpapier als Dachpappe in vorbildgerechter Breite.

Nach dem Verkleben des Fachwerkgitters und des Stationsschildes beginnt die Illusion zu wirken.


Jetzt fehlen nur noch die Schornsteine, Regenrinnen und Fallrohre. Die wirken, weil das Gebäude wie in der Realität echt mickerig ist, recht bullig.

Die Graffiti habe ich den Originalen auf der Straßenseite nachempfunden. Ich wollte allerdings nicht übertreiben. Auf der Gleisseite bleibt das Gebäude sauber bzw wird noch etwas gealtert, damit es nicht zu klinisch aussieht.


Hier nun ist der Bahnhof mit dem Fachwerk auf der Wartehalle zu sehen. Hinter den drei großen Fenstern befindet sich das kleine Stellwerk. Früher hatte der Bahnhof drei Gleise und dementsprechend Weichen und Signale die geschaltet werden mussten.

Die Güterverladung wurde schon in den 70er aufgegeben und das Verladegleis wurde abgerissen.

 

 

Ratekau Bahnhof

Ein weiteres wichtiges Vorbild, nach der Kirche in Ratekau, darf auf dem neuen Modul natürlich nicht fehlen, das Gebäude des alten Bahnhofes.

Bahnhof Ratekau 2017

Seit Jahren unbenutzt, steht das Gebäude besprüht an der Bahntrasse Lübeck/Puttgarden.

Das heutige Erscheinungsbild des Bauwerkes ist bedauernswert.

Seit 2012 soll es eigentlich einen neuen Bahnhof in Ratekau geben, aber durch den ausstehenden Neubau der festen Fehmarnbeltquerung muss ein Neubau warten, bis der aktuelle Streckenverlauf fest steht.

 

 

ratekau-bhf-foto-1975-250Bei der Recherche im Internet und bei den Eisenbahnfreunden Bad Schwartau gab es leider keine Informationen zu dem alten Gebäude.

Zum Glück konnte ich bei den Modellbahnfreunden Ratekau einige alte Zeichnungen der Bahn aus 1934/54 und einen Mini-Zeitungsbericht mit Foto von 1975 ergattern.

 

ratekau-bhf

Zeichnung von 1954.

Bei den ganzen Unterlagen befand sich auch eine Maßzeichnung des Gebäudes.

Mit Hilfe dieser Zeichnung erstellte ich mir eine Ätzvorlage.
Einen Korpus aus lackiertem Messing empfinde ich wertiger als einen Nachbau aus bedrucktem Papier, wie es die Eisenbahnfreunde Ratekau gemacht haben.
Hier ein Link auf das verblichene Bauwerk. Außerdem wird es so akkurater, vor allen Dingen die Fensterausschnitte und Fensterkreuze.

Meine erste geätzte Version ist zwar nicht ohne Fehler, aber die kann ich beim Zusammenbau beseitigen.
Für das Dach habe ich keine Ätzteile erstellt, hier benutze ich Polystyrolplatten als Unterbau, auf die dann die Teerpappe als Eindeckung kommt.
Dafür verwende ich 4,5mm (1m beim Vorbild) breite Streifen eines 1000er Schmirgelpapiers. Das ist so vorbildgerecht, dass die Anzahl der Teerpappbahnen mit der des Vorbilds übereinstimmen.
Das Holz-Fachwerk, die Fenster und Tore lackiere ich vor dem Zusammenbau. Den Gebäudekorpus nach dem Zusammenbau, vor dem Einsetzen von Türen und Fenstern.
Nach dem folgenden Zusammenfügen aller Teile fehlt nur noch die Verglasung und das Licht. Über die Alterung muss ich mir noch Gedanken machen. Entweder es gibt nur Schmutz oder aber vielleicht auch ein wenig Graffiti.

Zustand 1986

Zwischenzeitlich habe ich Zeitzeugen im Ort gefunden, die mir historische Details und Fotos zu der hiesigen Bahnstrecke liefern konnten.
Das Anfangsbauwerk war nur eine offene Halle, die im laufe der Zeit immer weiter ausgebaut wurde. Dieser Gebäudetyp soll an der gesamten Strecke gebaut worden sein.
Der Vorbildzustand meines Nachbaus, wird vermutlich dem Stand um 1960 entsprechen.

Der Gleisplan des Bahnhofs in Ratekau.

Zustand Januar 1939

 

 


Veröffentlichung der Bahnzeichnungen mit freundlicher Genehmigung des -DB Museums.
Bahnhofsfoto mit freundlicher Genehmigung von G.Fischer.

Bericht zur großen Modellbahn-Ausstellung in Bad Schwartau im Januar 2017

Am 20. und 21. Januar fand in Bad Schwartau eine große Modellbahnausstellung mit Börse statt.
Veranstalter waren die Eisenbahnfreunde Bad Schwartau.
In drei großen Hallen wurden Modulanlagen der Extraklasse präsentiert. Als Mitorganisator freue ich mich, dass wir derart viele Aussteller gewinnen konnten, die an unserer Veranstaltung teilgenommen haben.

Besonders lag mir eine Halle am Herzen, die Krummlandhalle.
Hier gab es ausnahmslos Anlagen in der Spurweite Z zu sehen. Die Aussteller kamen aus ganz Deutschland! Die weiteste Anreise hatte Harald H. mit seiner Anlage Drachenstein. Er kam extra 950km aus Bayern zu uns.

Es war die größte Zusammenkunft zur Präsentation von Modulanlagen der Spur Z in Norddeutschland. Darauf bin ich ein wenig stolz.
Großartig war es auch, dass es in Zusammenarbeit mit den Schwartauer Werken und Märklin gelang, einen Sonderwagen aufzulegen.

Der war auch noch ausgesprochen gut gelungen! Das gute Stück boten wir auf der Ausstellung zum Kauf an.

Außerdem erwähnenswert: Nicht nur die lokale Presse hat wirklich toll mit uns zusammengearbeitet und schöne Berichte veröffentlicht, sondern sogar der NDR war da. Ergebnis der Filmaufnahmen ist ein stimmungsvoller Beitrag im Schleswig-Holstein-Magazin.

Neben der Präsentation der Anlagen fand noch eine große Börse statt. Die Händler hatten allerhand Neues und Gebrauchtes rund um die Modellbahn im Angebot.

Es wurde auch Praxis vermittelt. Rita ist unserem Aufruf gefolgt und baute vor Ort tolle Bäume in allen Spurweiten. Nicht umsonst nennt sie sich „Baumfabrik“.
TOY-TEC  präsentierten ihr neues Digitalsystem ALAN, das Loks analog und digital im Mischbetrieb fahren lassen kann.

Auch die Besucher nahmen weite Wege in Kauf, um die Ausstellung zu besuchen.

Sie kamen aus Bremen, Berlin, Braunschweig und der weiteste sogar aus Polen! Er hat den Besuch bei uns mit einer Besichtigung des MiWula verbunden. Zum Glück hatten wir Magda an unserem Stand. Sie spricht polnisch. Das war gut, denn unser weit angereister Besucher konnte kaum englisch oder deutsch sprechen.

Bilder sagen mehr als 1000 Worte, hier einiges an Bildmaterial …

Leider habe ich von dem Stand der Truppe um den ZSRR keine Bilder 🙁

Auf der Webseite der Eisenbahnfreunde ist der Bericht zur Ausstellung von Jan zu finden.

Testtag im Stellwerk Bad Schwartau -> Toy-Tec Alan Betrieb

Moin,

da mein Testkreis, gesteuert von ALAN, nun betriebsbereit ist, will ich interessierten Zettlern aus der Nähe oder von weiter her 😉 anbieten, sich das System in Ruhe anzusehen.

ALAN ist eine Steuerung, bei der es möglich ist, analoge Loks in digitaler Qualität zu steuern. D.h. einstellbare Höchstgeschwindigkeit, Bremsverzögerung, Blockbetrieb und vieles mehr. Ein Mischbetrieb digital und analog ist möglich, reiner Digitalbetrieb sowieso.

Termin ist Samstag der 01. April, kein Scherz  😀 , im Stellwerk Sn in Bad Schwartau ab 15 Uhr, Ende offen.
Wer kommen will, bitte unbedingt vorher anmelden, damit ich eine Idee von der zu erwartenden Personenanzahl bekomme.
Sagt auch die Uhrzeit dazu, dann kann ich das vielleicht ein wenig steuern.

Bringt eure Tablets, Handys, Laptops und Loks (analog und digital) mit. Dann können wir das System ausgiebig austesten.
Digital habe ich das System noch nicht getestet, da ich bislang nur analog unterwegs war.
Ein Decoder liegt hier zwar, aber den muss ich noch einbauen. Das sind reichlich Baustellen, alles Neuland für mich.

Das Stellwerk ist unser Vereinshaus, wir können also in Ruhe und zeitlich unbegrenzt die Räume nutzen.
Kaffee kann ich gegen eine kleine Spende anbieten, alles andere bitte selber mitbringen, oder wir rufen zwischendurch den Pizzadienst an.
Ich hoffe, es kommen viele Interessenten und wir verbringen einen schönen Tag rund um die Spur Z, dem schönsten Hobby von allen!

Danke an Jörg Erkel für das zur Verfügung stellen dieser Testanlage  😎