1. Umbau Atlas – TEE RAm Edelweiss – Steuerwagen

Einmal mit dem Umbau eines der Modelle des Atlas Verlags angefangen, hat man das Prinzip verstanden und es bietet sich an, weitere der Modelle fahrtüchtig zu machen.

Warum weiß ich nicht, aber es war mein Wunsch den TEE Edelweiß als nächstes umzubauen.

Für den Umbau sind leider meist mehrere Garnituren der jeweiligen Modelle nötig, da in den Schachteln oft nur ein Teil des benötigten Materials beiliegt.
Also bestellte ich mir die vermeintlich zweite Schachtel schon mal im Internet. Erst als ich mit dem Zersägen des Triebkopfes fertig war und die zweite Garnitur aus dem Bestand holen wollte, bemerkte ich, dass mir genau diese vom Atlas Verlag nie geliefert worden war. 😯

Waggon auf der Säge

Zum Glück sind die Garnituren zu günstigen Preisen in ausreichender Menge bei Ebay vorhanden, sodass ich diese Lücke schnell stopfen konnte.

Im ersten Schritt muss durch das Zersägen jeweils eines Triebwagens und eines Waggons ein Steuerwagen gebaut werden. Die Schnitte müssen sauber diagonal erfolgen, damit beim zusammensetzen der beiden Hälften alles richtig fluchtet.

Ich habe diese Arbeit mit meiner Tischkreissäge erledigt.
Mit dem noch intakten Modell des Triebwagens habe ich den Winkel am Anschlag eingestellt und den ersten Schnitt am Waggon so gesetzt, dass noch die Möglichkeit einer Korrektur bestand. Mit dem zweiten Schnitt musste es dann passen!

Beide Teile

Die Schnitte sind so gut gelungen, dass beim Zusammensetzen der beiden Teile fast keine Kante zu sehen ist.

Verklebung

Nun gilt es die Klebeverbindung so sauber zu setzen, dass auch weiterhin keine Sägenaht zu sehen ist.
Die Lösung dazu war einfach. Ich habe dafür den Durchsichtigen Fenstereinsatz einfach über die Schnittkante hinausgeschoben. Dadurch ergibt sich beim Verkleben gleich eine Führung. Zuerst natürlich die lange Seite geklebt und trocknen lassen, danach das kurze Führerhaus verklebt.
Ich gebe an dieser Stelle zu, das ich die beiden Waggons vor dem Durchsägen nicht einmal demontiert hatte 🙂

Die Wageninnenseiten habe ich alle geschwärzt, damit bei einem Beleuchtungseinbau zu einem späteren Zeitpunkt kein Licht durch die Seitenwände scheint. Beim Steuerwagen leider erst nach dem Einkleben der Fenstereinsätze bei allen anderen Wagen habe ich das lieber vorher gemacht 😕

Passstück

Bodengruppe

Für den Fahrwerkseinbau habe ich mir ein Kunststoffteil gefräst um das fehlende Stück zu ersetzen.

Durch diese gute Vorbereitung war das Ausrüsten mit Radsätzen recht einfach.
Ich habe dafür die Rokuhan Shortys zerlegt. Die Radsätze haben Stromschleifer was eine Beleuchtung vereinfacht.

 

Das fertige Stück

Umbau Atlas Vindobona – 2 Triebkopf

Nach dem Umbau der Waggons wird es nun kniffeliger. ACHTUNG langer Beitrag 😛

Es gilt den Triebkopf so umzubauen, dass er betriebssicher und zuverlässig seine Runden dreht, und dazu noch gut aussieht.

Fahrwerks-Vergleich

Radstände

Da das Original an jedem Triebkopf vorne und hinten unterschiedliche Radstände hat, scheidet das Motorisieren mit nur einer geschlachteten Lok aus.
Es werden 2 unterschiedliche Märklin®-Loks dran glauben müssen, um die verschiedenen Radstände realisieren zu können.
Als Opfer dienten eine BR216, im Volksmund Eisenschwein genannt, weil sie so schwer aufgebaut ist, und eine 8838, E-Lok BR 139 der DB.
Es tut immer weh, funktionierende Loks zu zersägen, aber ein kompletter Eigenbau übersteigt meine Fähigkeiten. Der gezeigte Weg ist der einzig praktikable für mich, eine Motorisierung umzusetzen.

 

Erstes Opfer

Opfer Nummer 2


Atlas-“Fahrwerk” – zersägte Märklin-Fahrwerke – Kombination aus 2 Märklin-Fahrwerken und Atlas-Mittelstück – Hütchen von Atlas

Auf dem linken Bild sind die Ergebnisse mehrerer Arbeitsschritte zu sehen.

  • Original Atlas-Unterteil
  • Die Hälften zweier zersägter Lokfahrwerke
  • Ein neu zusammengesetztes Fahrwerk für den Triebkopf
  • Das “Hütchen”, das glücklicherweise schmatzend auf die Märklin-Teile passt

Leider habe ich beim Zersägen und neu Kombinieren nicht auf die Position der Treppe in der Schürze geachtet, die ist beim fertigen Modell nun leider an der falschen Stelle. Das wird aber nur den wenigsten auffallen.


Fahrwerksgrundkörper

Die zwei halben Lokfahrwerke und das Atlas-Mittelstück werden mit Zweikomponentenkleber dauerhaft miteinander verbunden.
Das Atlas-Mittelstück wird so ausgeschliffen, dass es später problemlos den Motor aufnehmen kann.

Auch hier erweist es sich als günstig, dass Altas das Chassis aus Metall erstellt hat, somit besteht eine solide Basis für den Triebwagen.


Motorisierung

Für die Motorisierung nehme ich den Motor 7297431 von NOCH®/Rokuhan® mit Wellen auf beiden Seiten. Diese verlängere ich und treibe mit der Schnecke direkt das große Zahnrad an.
Ich gehe mit der Welle durch die obere Wellenführung. Der Rokuhan®-Motor ist nicht sehr schnell. Nimmt man den Weg über die untere Wellenführung, so wie Märklin® es macht, wird der Triebkopf noch langsamer. Um das zu verhindern, wäre es möglich, die Zahnräder auf den Wellen zu tauschen. Das habe ich aber nicht versucht.
In der Hoffnung auf verbesserte Laufeigenschaften habe ich noch eine Schwungmasse auf die Welle gesetzt. Glücklicherweise liegt dem Motorset von Rokuhan® ein Kardanwellenelement bei. Durch das Verwenden von zwei verschiedenen Chassis konnte ich es für diesen Umbau sehr gut gebrauchen!


Nach der Motorisierung baute ich Licht in den Triebkopf.
Wie alle anderen Bastler, durfte ich feststellen, dass das Gehäuse transluzent ist.
Damit das Licht nicht durch das Gehäuse scheint, schwärzte ich es von innen mit Farbe von Revell.

Ich bohrte für die drei Lampen des Spitzensignals Löcher und setzte dort Lichtleiter ein.
Die LEDs brachte ich an der gleichen Stelle an, wo vorher die Glühlämpchen saßen.
Leider sind meine roten LEDs recht dunkel, so dass man das Licht kaum sieht.
Aber eine Verkabelung vom Fahrwerk in das Plastikgehäuse zu den LEDs wollte ich mir ersparen.

Bohrloch außen

Bohrloch innen

Das Bohren der Löcher war nicht so schwer.
Ich hatte erst vor, mit einer heißen Stecknadel zu körnen, aber Hitze war nicht nötig.
Also mit einer Stecknadel das Bohrloch gekörnt und erst mit 0,3mm dann mit 0,4mm ein Loch gebohrt.
Das ist meine Aufnahme für den Lichtleiter:
Zur besseren Verständlichkeit der Bilder ist der Bohrer noch in den Löchern zu sehen.
Gebohrt habe ich freihändig. Links und rechts jeweils der Lichtleiter und der im Bohrloch steckende Bohrer.

Lichtleiter

Das Ergebnis

Den Lichtleiter habe ich nach dem Trocknen des Klebers in Richtung Leuchtmittel gebogen.

Dadurch bekommt auch die obere Lampe des Spitzensignals ihr Licht ab.

Damit die LEDs ihr Licht nicht in den falschen Lichtleiter einstreuen, habe ich zwischen die Lichtleiter ein kleines Stück schwarzes Papier geklebt.


Weiße LED

Rote LED

Die Beleuchtung an den Triebköpfen funktioniert nun richtungsabhängig.
Gelöst habe ich es simpel mit einem Widerstand und zwei Dioden.
Eine Duo-LED geht nicht, weil dann ein “Umschalten” der Scheinwerfer nicht möglich wäre. Die rote LED könnte etwas heller sein, das werde ich vielleicht noch mal ändern.


Faltenbalg-Nachbildungen

Zum Abschluss habe ich den Triebköpfen und Waggons Faltenbälge spendiert. Ich hatte versucht, sie kürzer zu kuppeln, aber die Kupplungen klemmten am Chassis. Zudem ist der Umbau an den Drehgestellen extrem fummelig. Dazu kommt, dass sie keine Gegenbögen im Industrieradius fahren können, wenn sie kurzgekuppelt sind. Für die Faltenbalgnachbildung habe ich zweiadrige Litze verwendet und in die Wagenübergänge geklebt.


Fertig

 

Ansicht des Triebkopfes im fertigen Zustand.
Das Ensemble macht eine gute Figur auf dem Gleis.

Die Fahreigenschaften sind top und machen das Zerschneiden der zwei Loks fast vergessen. 😳

 


Damit ich alles gut gut verstauen kann, baute ich die Formteile mehrerer Schachteln so um, dass die beiden Triebköpfe mit den drei Waggons darin Platz finden.
Da die Schachteln von außen alle gleich aussehen, habe ich das für dieses Modell geändert. Durch einen passenden Aufkleber sehe ich gleich, was die Box beherbergt.
Nach diesem Erfolg ist es mein Ziel, noch weitere Modelle aus der Reihe zu motorisieren.

Fazit: Der Umbau ist nicht wirklich schwer umzusetzen, aber das Austesten und Entwickeln von Lösungen, sowie das Auffinden von brauchbaren Teilen brauchte seine Zeit.
Ich hoffe, dass dieser Baubericht andere ermutigt, ebenfalls den Umbau anzugehen, und die Arbeit erleichtert.

Umbau Atlas Vindobona – 1 Waggon

Vor einigen Jahren, ab 2011, hat der Atlas Verlag eine Serie Standmodelle in 1/220 aufgelegt.
Ich abonnierte die Serie in der Hoffnung, dass ich einige der Modelle zu einem späteren Zeitpunkt einmal motorisieren könnte.

Den Anfang habe ich nun mit dem Vindobona gemacht, dem TEE der ehemaligen DDR.

Insgesamt war der Umbau nicht schwer. Da ich aber ohne Anleitung gebaut habe, hat das Projekt gefühlt ewig gedauert. Ich musste ja die möglichen Lösungen zuerst austesten.
Im ZFI Forum haben zwar schon einige ihre Umbauten gezeigt, aber nie beschrieben, wie sie es gemacht haben, oder welche Teile sie verwendet haben. Bei einigen war der Aufwand so groß, dass das für mich nicht in Frage kam.

Angefangen habe ich mit der “leichteren” Aufgabe, die Waggons rollfähig zu machen.
Auch hier habe ich viel Zeit gebraucht, bis ich den optimalen Drehgestelltyp herausgefunden hatte.
Meinen ersten Test machte ich mit den Drehgestellen einer japanischen Zugkombi, die ich extra zum Ausschlachten gekauft hatte. Das hätte ich mir sparen können, denn die Waggons lagen damit immer zu hoch, und die Laufeigenschaften waren viel schlechter als die der Märklin®-Drehgestelle.

Ich entschied mich also für die Drehgestelle der TEE-Wagen z.B. 8725.

Aber nun der Reihe nach …

Das Zerlegen der Atlas-Waggons gestaltete sich recht einfach.

Links der Triebkopf und ein Waggon von unten.
Auf der rechten Seite habe ich den Waggon schon in seine Einzelteile zerlegt.

Prima, der Waggonboden des Standmodells ist aus Metall. Das verleiht der Garnitur später Gewicht und Stabilität.


Von dem Metallgestell schneide ich die Zapfen der alten Radhalterung ab und schleife die Fläche plan.

Die Bohrung verwende ich später weiter als Aufnahme für die Drehgestelllagerung.

 


In die Zapfen der Märklin®-Drehgestelle bohre ich ein 1mm Loch, durch das ich einen kleinen Messingnagel führe.

Den habe ich vorher auf das richtige Maß gefeilt.
Das geht einfach: Nagel in das Bohrfutter einspannen und die Feile an den Nagel halten, bis das Maß stimmt.
Den dicken Teil schneide ich später ab.


An der Waggon-Schürze feile ich den Rand so weit runter, bis eine glatte Kante entsteht, die mehr Abstand zum Drehgestell hat, als es vorher der Fall war.

Dadurch ergeben sich Gleitflächen, die das Drehgestell nicht behindern, wenn es an den Rahmen kommen sollte.

 


Damit der Nagel später stramm im Zapfen sitzt, klebe ich einen Zahnstocher ein.
Der Nagel hält dadurch ohne Verkleben, und es ist möglich, während der Anpassarbeiten das Drehgestell häufiger zu montieren und zu demontieren.

 


Auf die blanke Metallfläche (oben rechts im Bild) klebe ich zum Abschluss eine dünne Kunststoffplatte, auf die der Kunststoffzapfen des Drehgestells als Höhenbegrenzung stößt.

Dadurch reibt das Drehgestell nur wenig am Wagenkasten.

Das Ergebnis ist ein Waggon mit hervorragenden Laufeigenschaften, der dank des Märklin®-Drehgestells auch gleich ganz einfach gekuppelt werden kann.

Zugunsten einer guten Kurvengängigkeit habe ich auf ein zu enges Kuppeln verzichtet und die Waggons noch mit einer Faltenbalgimitation ausgerüstet:

Rollfähiger Waggon