DIER I, Kranbausatz

Bei mir lagen einige Bausätze von Behnke auf dem Stapel.
Da mir der DIER I am leichtesten erschien, habe ich ihn als ersten Bausatz ausgesucht, so kann man die Philosophie der Bausätze kennen lernen und ich hoffe, die anderen Bausätze fallen mir dann leichter.

1-Platine

Platine

 

Ich schildere die verschieden Schritte in der richtigen Reihenfolge, vielleicht ist das eine Hilfe für diejenigen die sich an so eine Arbeit noch nicht herangetraut haben.

Den Anfang macht das Austrennen aus der Platine.
Da das Material extrem dünn ist sollte man das Skalpell nicht durch die Haltestege ziehen, sondern besser von oben durch die Stege in die Schneidematte drücken. Dadurch verhindert man, dass durch das Ziehen die Bauteile verbogen werden.
Eine scharfe neue Klinge versteht sich natürlich von selbst.
Als Ergebnis liegen dann die sauber ausgetrennten Bauteile vor.
Sollten Reste von den Haltestegen an einigen Bauteilen verblieben sein, so habe ich sie mit einer sehr scharfen Schere entfernt, bei der geringen Bauteilgröße und Materialstärke ist ein Feilen häufig nicht möglich.

2a-Austrennen

austrennen

2b-Ausgetrennt

Evtl. sollte man noch die Grate der Verbindungsstege abfeilen

Die nun ausgetrennten Bauteile werden jetzt der Reihe nach für die Endmontage vorbereitet.
Jetzt kann sich der Bastler zwischen Kleben und Löten entscheiden.
Ich werde alle Bauteile die ich vor dem Lackieren verarbeite löten, da ich das für die bessere Verbindungsmethode halte.
Dazu kommt, das sich Neusilber ausgesprochen gut löten lässt.
Hier nun die entsprechenden Zwischenergebnisse:

4a-Kabine

verlötet

4b-Kettenräder

gefaltet

4c-Dachaufbau

vorbereitet

4d1-Kranausleger

Kranausleger

4d2-Kranausleger

Fertig

Anmerken muss ich an dieser Stelle, das die Bausätze extrem passgenau geätzt sind, was das Biegen und zusammenpassen zu einem Genuss macht.

Bei den Kranhaken war ich mir nicht sicher, ob es im Ergebnis einer werden sollte, der aus beiden zusammengefügten Haken besteht, oder ob es zwei Haken sind. Nach dem Zusammenlöten des ersten Hakens habe ich mich dafür entschieden, das es zwei Haken sind.

Die Ketten sind in der Platine ein langes Teil, das auf Länge gebracht werden muss. Ich habe genau die Mitte ausgemessen, aber das muss man nicht so genau machen, im Anschluss sind nun beide Teile etwas zu lang. Man muss sich hier also keinen Kopf machen, wenn die beiden Kettensätze etwas unterschiedlich lang werden.

5a-Haken

die Sache hat doch eine Haken 🙂

5b-Ketten

abgelängt

Sooo, das war nun genug der reinen Vorarbeiten, jetzt geht es an das Zusammenfügen der einzelnen Teile.

Zuerst setzte ich das Fahrgestell zusammen. Um die Kettenräder genau positionieren zu können, habe ich durch den Fahrgestellkorpus einen Draht gesteckt. Darauf dann die Kettenräder gesteckt und verlötet.

Danach kam der bislang fummeligste Teil, das Verlöten der Ketten auf die Kettenräder.
Dafür habe ich recht lange benötigt, da die Enden natürlich unter dem Fahrwerk sein sollten, die Überstände der Ketten auf beiden Seiten gleich weit und gerade sein sollten.

6a-Fahrgestell

Zusammenfügen

6b-Fahrgestell

Zwischenschritt

6c-Fahrgestell

Das Fahrgestell

Damit sind nun alle Teile so weit vorgefertigt, dass ich mit dem Lackieren beginnen kann.
Leider habe ich im großen Weltnetz keine Bilder und oder Daten für ein vorbildgenaues Farbschema gefunden.
Jetzt noch zwei Bilder mit den lose zusammen gesteckten Teilen vor der Lackierung.

7a-Kran

Ansicht von der Seite

7b-Kran

Ansicht von vorne

8-Haltewinkel

Detail

Ein Teil habe ich vergessen zu beschreiben. Das ist der Haltewinkel mit den Ösen für den Ausleger.
Da habe ich etwas länger gebraucht, bis ich wusste wo und wie das Teil montiert wird.
Daher hier das Foto, auf dem Ich das Teil noch einmal reinkopiert habe, damit klar ist wovon ich schreibe.
Ich hoffe, man erkennen, wo es wie hinkommt …

Anschließend geht es erst einmal an das Entfetten der Teile. Das mache ich immer mit heißem (eher kochendem) Wasser und Spüli.
Ich verwende immer Lötfett als ‚Lötverbesserer‘, das soll ja ganz böse sein. Benutze das aber seit dem ich einen Lötkolben anfassen kann. (So alt ist es auch schon) Bei der heißen Spülireinigung wird dieses Hilfsmittel auch restlos entfernt.

Die Farbschichten werden aufgetragen. Ich mache das mit der Airbrush, weil das ein so schönes gleichmäßiges Ergebnis gibt und keine Details zukleistert.
Habe auf einer Fahrt nach Leipzig, zur Buchmesse, einige alte Krane gesehen die ich leider während der Fahrt neben der Autobahn nicht fotografieren konnte.
Aber die Modelle sind dicht dran.

9-Verseilung

annähen

Die gelb/schwarzen Ecken habe ich geschummelt 😎 , sie sind auf Papier gedruckt und dann aufgeklebt. Ich habe keine bedruckbaren Decals und auch keine Erfahrung damit.
Für mein Empfinden ist das so aber ok. Bei späteren Modellen habe ich auch hier nur mit Farbe gearbeitet.

Die Seile habe ich mit einem CD Marker gefärbt. Mit normaler Farbe hatte ich es versucht, das hat mir aber nicht gefallen. Die Farbe hält nicht, wenn der Faden bewegt wird.

9-Kran-Lack

Kran

Es ist auch kein normaler Faden. Ich habe einen dünnen Gummifaden genommen. Den kann ich jederzeit stramm ziehen in dem ich was an den Haken hänge. Das ist gut auf dem rechten Foto zu erkennen.

Fensterscheiben sind auch vorhanden, was auf den Bildern nicht auffällt, da keine Reflexe darin sind. Aber irgendwie sieht mir alles noch zu steril aus. Mal sehen, ob ich da noch Ideen für Details habe.
Vielleicht fehlen auch nur Alterungsspuren?

Deswegen habe ich dann versucht Details und Alterung zu verbessern.
Habe reichlich gegoogelt, aber keine schönen umsetzbaren Ideen gefunden.
An der Front habe ich die Scheinwerfer mit Teile-Resten nachgebildet, das sieht recht gut aus. Das Heck bekommt noch einige Details. Die Seiten müssen dann ihr Flair durch eine gute Alterung erhalten.

10-Nachgebessert-800

Das Endprodukt in Aktion

Alles verschmutzt und noch kleine Details angebracht …
Das Altern ist mir doch reichlich schwer gefallen, einfach das sauber lackierte Modell im Anschluss so zu verunstalten.
Mir gefallen Modelle die gelungen gealtert wurden recht gut. Ohne Übung kommt man leider nicht dahin.
Einen Waggon zu altern ist auch etwas leichter, da dort viele Strukturen vorhanden sind, die die Farbe dann hervorheben. Die Messingteile haben aber aber eher glatte Oberflächen. Das hat es mir schwer gemacht.

Jetzt benötige ich nur noch die richtige Szenerie um den Kran richtig zur Geltung zu bringen.

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