2016 Dresden

Messebericht Dresden 2016

Mittwoch, 10. Februar 2016

Die Anreise klappt sehr gut und ist entspannt, von einem Lkw-Reifenplatzer direkt vor unserer Nase auf der Autobahn einmal abgesehen.
Im kleinen Auto wohnen drei Meter Module, Zubehör und Rollmaterial nebst Reisegepäck für zwei Personen.

Ein großer Teil der Truppe trifft sich mehr oder weniger zufällig an der Raststätte „Linumer Bruch“ kurz vor Berlin. Man trudelt gegen 15:30 Uhr in Dresden ein.

Ein Messe-Mitarbeiter begrüßt die Hamburger, guckt dann fragend nach links und nach rechts.
„Und wo ist euer Lkw?“
Heidi:„Wie, Lkw? Wir sind Zettis, wir haben alles in unseren Autos.“
Großes Staunen macht sich breit.

restaurant-dampfschiffWir laden alle nur unsere Autos aus und fahren dann zum Hotel. (Die Ladung ergibt immerhin 28m Modullänge)
Anschließend Abendessen im Kellerrestaurant Bierhaus „Dampfschiff“ direkt an der Elbe.
Ulli kommt mal wieder zu der Erkenntnis, das Zettis Impressionisten sind, weil sie schummeln, statt die Realität streng wiederzugeben.

So erzielen sie eine gewünschte Wirkung, eine Illusion von Wahrheit für den Betrachter.
Spur 1-Leute dagegen sind Realisten.

Es ist ein gemütlicher erster Abend mit gutem Essen und gutem Bier.
Schade, dass mein letztes offenbar verdorben war.
Oder lag es an den süßen Nudeln mit Rosenkohl, dass es mir am nächsten Morgen gar nicht gut ging?

Donnerstag, 11. Februar 2016

Der Aufbau der eigenen und Fremdmodule funktioniert reibungslos. Schon nach zwei Stunden steht die Anlage, und man kann zur Feinabstimmung übergehen. An einigen Modulübergängen gibt es Probleme, die aber alle lösbar sind. Der Platz der Hamburger und Bad Schwartauer Truppe in der Halle ist gut. Jedenfalls für den Messebetrieb. Für den Aufbau ist es nicht so toll, denn das offene Tor, die Einfahrt für Händler und Aussteller, ist nicht weit. Arktische Temperaturen, Sturm, sogar Schnee fegt durch die Halle. Nichts gegen Eisenbahn, aber so zugig muss es dann doch nicht sein.

aufbau-heidi-Peschi-16Dresden aufbau-krogmen-16Dresden aufbau-ts-16Dresden aufbau-ulli-16Dresden

Neben dem Aufbau bleibt Zeit, um schon mal mit den Nachbar-Händlern Kontakt aufzunehmen. Ich reserviere schon mal alles, was in der Spur Z käuflich zu erwerben ist.

Waldschloesschen

Ulli und Thomas

Abendessen im Waldschlösschen Brauhaus. Aufgrund eines sehr guten Aufenthalts im Feldschlösschen vor einigen Jahren habe  ich das Lokal empfohlen. Gebucht hat Ulli. Nur eben nicht im Feldschlösschen, sondern im Waldschlösschen. Feld, Wald … so groß wird der Unterschied schon nicht sein. Mit der Straßenbahn geht es hin. Der Unterschied ist groß. Macht aber gar nichts, denn auch hier sitzt man sehr gemütlich, ist das Essen gut und das Bier auch. Mir schmeckt ’s schon wieder, und Ulli schwärmt noch heute vom Wurstsalat, den er in doppelter Ausführung genossen hat.

Da sich Märklin TV angekündigt hat, wird noch schnell ein Pressesprecher gewählt. Man einigt sich ohne Diskussion auf Thomas Stobbe. Alle finden das prima. Nur nicht Thomas. Aber der wird gar nicht gefragt.

Ansonsten fachsimpelt man über andere Messen: „Bremen wird von Jahr zu Jahr schlechter.“
Ulli: „Da gehe ich so schnell nie wieder hin!“

Natürlich quatscht man auch über die eigene Anlage. Peter Schindlers Modul ist besonders gut geschottert, vor allem auf den Gleisen. 😆

Die Krogmänner, Eggi und Franzi schwächeln und fahren mit einer Straßenbahn-Gruppenkarte schon mal los. Gruppenkarte Nummer zwei schafft noch ein Bier. Also jeder eins …

Freitag, 12. Februar 2016

Erster Messetag. Das Publikum strömt. Und dann … Alarm! Technische Störung. „Bitte verlassen Sie alle die Halle. Kein Grund zur Panik, aber raus hier!“

Meine Kommentar war: „Sobald alle Besucher raus sind, gehen wir auch. Aber erst dann.“

Heidi: „Wenn wir auch alle raus müssen, bleibt Peter da. Sonst müssten wir das komplette Rollmaterial wegpacken. Das Problem ist, wir müssten nachher alles wieder aufgleisen. Wie lange soll das denn dauern?“

Aha, sollte es wirklich einen Brand oder Ähnliches geben, geht Käpt’n Peter mit der Anlage unter.

Neue Durchsage, dieses Mal ist es keine Stimme vom Band, sondern eine reichlich aufgeregte Live-Stimme: Es möge sich bitte jemand an der Kasse melden und sagen, wie man sich verhalten solle. Großes Gelächter. Kurz danach ertönt wieder der Gong. Entwarnung. Entschuldigung, aber man weiß ja nie.

ulli-film

Filmstar

Kaum läuft der Betrieb wieder ungestört, die Besucher kommen zurück, da gibt es die nächste Störung.
Dieses Mal eine erfreuliche: Pirna TV ist da. Ulli wird interviewt.
Man sieht Züge über seine Module rollen und dann in meinem Bahnhof verschwinden.
Noch am gleichen Nachmittag ist der Beitrag via Internet verfügbar.

Wir sind ab Minute 1:03 im Bild zu sehen

;

Kais Kurve macht immer wieder Schwierigkeiten. Aufgleiser Uwe auch. Man beschließt: Es muss ein Kippschalter-Schein her. Mit Prüfung! Oder ist der kleine Hafen einfach so attraktiv, dass man darüber alle andere Module vergisst, auf denen lustig die Züge ineinander rauschen? 😉

Die Besucher sind größtenteils sehr nett. Immer wieder heißt es: „Oh, wie winzig! Da brauchen Sie bestimmt Lupe und Pinzette.“

„Ja. Und dazu ein Gläschen Rotwein, dann passt das schon.“ Ich ernte erstaunte Blicke und habe die Lacher auf meiner Seite. Oft muss ich auch Fragen beantworten, die ich manchmal sogar verstehe. Ist nicht immer einfach mit dem Sächsischen. Da hilft nur immer wieder nachfragen und zur Not freundlich lächeln und zustimmend nicken.

modul-otti

Oberleitung

Mir stellt sich die spannende Frage ob mein Bahnhof, der seinen ersten Einsatz mit der installierten Oberleitung hat, auf einer Ausstellung betriebssicher zu betreiben ist. Ob das die ganze Zeit gut geht mit dem ganzen Gebamsel über den Gleisen? Es geht!
Es ist schön zu sehen, wie betriebssicher alle Garnituren den Bahnhof passieren. Selbst der lange Bode-Ganzzug der aufgrund eines Weichenstellfehlers nicht das gewünschte Gleis befährt, kommt überall sauber durch. Auch die beiden doppelten Kreuzungsweichen machen keine Probleme.
Die gespannte Oberleitung kommt bei allen Besuchern super an! Verweise auf meine tollen Rawie-Prellbock-Eigenbauten interessieren hingegen leider kaum. Dabei ist das so ein wichtiger Bestandteil bei realen und Modell- Gleisanlagen.

Prominenter Besuch an der Anlage: Hagen von Ortloff und Robby Mörre. Sie plaudern viel mit Franzi, machen Fotos mit ihr. Kein Wunder, Franzi hat auf ihrem Modul eine Figurengruppe HVO mit Team.

Lustiger Dialog zwischen Franzi, die mich als einzige an meinem Bahnhof vertreten darf, und mir:
Otti: „Achtung, Franzi, da kommt ein Zug von rechts!“
Franzi guckt nach links. „Nee, da kommt nix.“
Otti: „Rechts, rechts!“
Franzi: „Woher soll ich denn wissen, wo rechts ist.“

Das schafft er nie!

Mein Schweizer Zug schmeißt ständig die Anhänger ab. Nils erzählt abends beim Essen, dass er die Lok einfach umgedreht hat. Ich habe den vermeintlichen Fehler allerdings immer gesehen und die Lok wieder zurück gedreht, sodass sie bei Nils wieder so ankam, dass sie die Anhänger abgeschüttelt hat. 😀

Abends geht es in die Osteria, bekannt für ihre weit über die Teller hängenden Pizzen.

Da braucht PeSchi zur Verdauung einen doppelten Fernet-Branca.
Als der serviert wird, verstehe ich: „Eine doppelte Soljanka.“ 😆

Samstag, 13. Februar 2016

Irritation am Morgen. Eigentlich wollten alle mit der Straßenbahn fahren, um beim Ausstellerabend ein Bierchen schlürfen zu können. Aber Heidis Knochen geht es nicht gut, sie kann nicht laufen. Also fahren doch alle mit dem Auto.

Verstärkung am Stand: Jan ist nachgekommen. Er will den ‚Alten Schweden‘ mit 27 Bode-Anhängern fahren lassen. Das funktioniert überraschend gut und ist die absolute Show. Ich hätte nicht darauf gewettet, dass es mit so einer langen Garnitur funktioniert. Leider ging der Zug ungerne auf die Rückreise, da dort einige Modulübergange nicht sauber genug ausgeführt waren, und es dann doch zu Entgleisungen kam.

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Der Ausstellerabend ist mal wieder prima. Top-Essen und Gaudi bei der Mitfahrt auf der Mini-Dampfeisenbahn. Die Pirna-Truppe, die die Messe veranstaltet, fragt gleich mal an, ob die Hamburger in der Lage wären, nächstes Jahr mit anderen Modulen wiederzukommen. Ob ’s zu schaffen ist, wird die Zeit zeigen, aber schon die Frage ist natürlich Grund zur Freude.

Die Besucherzahlen bisher sind schon gut. Rund 12.000 an zwei Tagen. Der Sonntag kommt noch dazu.

Sonntag, 14. Februar 2016

Wie angekündigt, gegen Mittag ist Märklin TV am Stand. Jan kriegt die Krise, dass er ausgerechnet jetzt zur echten Bahn muss, um nach Hause zu fahren.

mtv-aufnahme

MTV – Detailverkostung

mtv-interview

MTV-Interviev

Zu gerne hätte er noch seinen Alten Schweden vor der Kamera gesehen.

Heidis Brücke wird gefilmt. Dafür wird extra ein Fotohintergrund besorgt. Die meiste Zeit verbringen die Jungs bei Ulli und mir, nehmen begeistert alle Details auf, auf die sie hingewiesen werden. Ich werde verkabelt und zehn Minuten interviewt. In der Zeit vertritt Franzi mich würdevoll und kompetent am Bahnhof. Auch kurz vor und gleich nach dem Interview tut sie das, denn ich muss mal für kleine Modellbahner. Die Aufregung …

Nachtrag Februar 2017: Von der Veranstaltung gibt es nun eine professionelle DVD: Modellbahn TV Spezial 7

Der Kameramann hat ständig Sonderwünsche. Er will bestimmte Züge an bestimmten Stellen in bestimmten Tempo. „So schnell fährt in Wirklichkeit kein Zug“, mosert er.

Franzi kontert: „In Wirklichkeit ist auch kein Zug aus Plastik.“

Nach den Dreharbeiten, professionell ausgeleuchtet, bleibt nicht mehr viel Zeit bis zum Feierabend. Man sammelt schon mal die Züge von der Anlage, die ohnehin oft Probleme machen. Nach Messeschluss läuft der Abbau dann wie am Schnürchen. In knapp anderthalb Stunden ist alles erledigt. Der Bastel- und Rätselfreund hat besonders beim Verpacken von Kais Kurve mächtig Spaß. Hier ist Schrauben- und Muttern-Bingo angesagt.

abbau-gruppe

Alles abbauen

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Franzi meditiert

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die Drei von der Kurve

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Gruppendynamik

Abbau im Akkord

PeSchi und Uwe samt Frau fahren noch am gleichen Abend zu einem weiteren Termin bzw. nach Hause. Nicht gerade zu beneiden.

Nach der Messe ist vor der Messe. Im „Dresden 1900“ wird trotz allgemeiner Erschöpfung schon munter geplant, welche Module bis zum nächsten Jahr fertig sein könnten.
Kellner Udo sorgt für Heiterkeit. Franzi bestellt Schnitzel mit Gemüse, Pommes (auf die sie sich schon den ganzen Tag gefreut hat) und Majo.
Er: „Also nix Gesundes.“
Sie: „Wieso? Da ist doch Gemüse dabei.“
Er: „Ja, aber das lässt du doch sowieso liegen.“ 😆

Großes Gelächter. Ich foppe sie und natürlich auch Sven, der ja angeblich bei der gesamten Messe nix gemacht hat. Die beiden drohen mit Außenjalousie-Bingo als Rache. Die Geräusche von rauf oder runter fahrenden Außenjalousien sind nämlich ständig auf der gesamten Hoteletage zu hören. Und wir wohnen auf einem Gang!

Apropos Hotel. Die Krogmänner meinten schon am ersten Tag, dass die Betten ganz schön schmal sind.
„Jo“, sagt Thomas, „da muss man in den Luftmatratzen-Modus schalten.“

Modulrundgang:

mod-1-ts-wende
Schattenbahnhof
ThomasS
mod-2-um-1
Buntekuh
Ulli
mod-3-um-2
Schrebergärten
Ulli
mod-4-um-3
Sportfelder
Ulli

mod-5-um-4
Kurve
Ulli

mod-6-pk
Brücke
PeterK
mod-7-otti1
Bahnhof
Otti
mod-8-otti-2
Bahnhof
Otti

 mod-7-otti-3
Bahnhof
Otti

mod-8-brunoFlussmodul
Bruno

 

mod-9-eggiKurve
Eggi

mod-10-franzi
Ludwigslust
Franzi

mod-11-heidi
Brücke
Heidi
mod-12-peterk
Dahmetal
Peter Kahl
mod-13-kai
Kurve
Kai
 mod-14-peschi
Molkerei
PeSchi

mod-15-wende
Wendemodul
FkdSZ-HH

dresden-aufbauplan

Messe-Rückblick unter heftigem Gelächter:

Da war das Besucherkind, das kaum über die Anlage gucken konnte, aber immer Sonderwünsche hatte. Vor allem:
„Sie müssen den Zug bitte reduzieren. Da dürfen nur fünf Wagen dran sein.“
„Nö, bei uns fahren die mit zehn Anhängern. Das ist schon okay.“
„Nein, hier bei uns gibt es diese Züge nur mit fünf Wagen. Bitte reduzieren Sie!“
Eggi erklärt ihm, dass die Anlage ja aus Hamburg kommt, und dort ist das mit zehn Wagen in Ordnung. Das interessiert den Knirps kein Stück.

Ein Gast guckt sich aufmerksam meine Bahnhofs-Module an.
Nach langem Blick in den Edeka-Markt meint er: Das Mehl ist alle!

Sven: „Gleich kommt der Rote.“
Franzi: „Mist, ich habe gerade die Seefische losgeschickt.
Merke: Seefische sind immer langsam.

Der Fliegende Hamburger ist unterwegs.
Gast: „Können die auch schneller fahren?“
Thomas: „Ja, klar.“ Er dreht voll auf. Der Fliegende Hamburger rauscht gleich über das Blocksignal weg und wieder in die Strecke.

Natürlich wird auch gelästert. Zum Beispiel über PeSchi, der viel quatscht, mal hier einen Baum anklebt, dann da. Nur so richtig aufpassen tut er nicht. Ständig schuppert er mit einem Gleisradierer auf den Gleisen herum.
Ich: „Mit den Dingern muss man aufpassen. Da scheuerst du schnell die halben Gleise weg.
Nachdenklich: „Den sollte man nicht so oft einsetzen.

Heidi: „Den Klotz oder PeSchi?

Dann war da noch Besuch aus der Heimat, Horst von den Eisenbahnfreunden Bad Schwartau hat bei unserer Spurweite festgestellt: „Alles viel zu klein“
Ärgernis am Rande: Die Krogmänner haben einen Nagel im Reifen und müssen mal eben zwei neue Reifen aufziehen lassen.

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