2003 Göppingen

Bericht über den Modellbahntreff in Göppingen am 3./4. Mai 2003

logo2003_animation_neu.gif (4645 bytes) Eigentlich müsste ich hier jetzt mehrere DIN A 4 Seiten Bericht abliefern, es gab so viel zu sehen und zu erleben, aber das würde den Rahmen meiner Seite, glaube ich, sprengen 🙂 Es war mein erster Besuch in Göppingen. Anlass war unter anderem der Dioramen-Bauwettbewerb für Insider. Somit lohnt sich der weite Weg, dachte ich mir. Ich hatte 4 Arbeiten angemeldet. Aufgrund der großen Beteiligung durfte ich nur mit 2 Objekten teilnehmen. Was transporttechnisch auch voll OK war. Da Göppingen zur Zeit umgebaut wird, war der Einflug chaotisch. Aber die Wege im Ort sind nicht weit, so konnte ich die folgenden Tage auf das Auto verzichten.

Weil ich etwas Anschluss an andere Zettler bekommen wollte, hatte ich mir einen
Anstecker angefertigt, der mich als Spur Z-Fan auswies. Ich dachte mir, die ganze
Zeit so allein… Aber das wäre gar nicht nötig gewesen. Am Freitag beim Aufbauen
geisterten schon diverse Leute von der Presse, wie ich dachte, durch das alte
E-Werk. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um Arnim v. Herff und Thomas
Zeeb vom Z Club 92 handelte. Damit waren Kontakte da, und die Zeit nach der Messe
war geritzt. 🙂 Auf dieser Messe waren alle mir bekannten Kleinserienhersteller außer MeMoTec.
Aber mit Herrn Mekelburg habe ich nach der Messe lange und ausführlich
telefoniert. (Das aber mal zu einem anderen Zeitpunkt.) Ich will nicht auf alle
Hersteller sondern nur auf die Besonderheiten eingehen. Sonst könnte ich hier
meinen Sinsheimbericht reinkopieren…
Im alten E-Werk fand die Präsentation des Dioramenbauwettberbs statt.
Das E-Werk ist eh nicht sehr groß, aber der Platz für die Dioramen war eher als bescheiden zu bezeichnen.
Es duften immer nur eine abgezählte Menge Besucher in die 1. Etage zu der Ausstellung.
Es war leider alles so aufgebaut, dass ein genaues Betrachten vieler Dioramen nicht richtig möglich war.
Zu dem Insider Dioramen-Bauwettbewerb haben sich über 100 Personen angemeldet. Damit
hatte Märklin nicht gerechnet. Nach einer Vorauswahl, es mussten Bilder der Dioramen eingesandt
werden, wurden 34 Modellbauer eingeladen. An die wurden reichlich Preise verteilt.
Es gab insgesamt 22 Gewinner in 7 Kategorien. Somit gab es kaum lange Gesichter. Außerdem war das E-Werk der Insidergeburtstagsort. In Vitrinen waren sämtliche Insiderfahrzeuge in allen Spurweiten ausgestellt. Eine kleine Band duddelte gelegentlich rum. Für Insider gab es hier als Geschenk einen großen Anti-verschütt Trink Becher.

3 Gewinner Dioramen, davon 2x Z
Überblick
Gut gefallen hat mir die thematische Aufteilung der Ausstellungshallen nach Spurweiten, die bis auf wenige Ausreißer auch eingehalten wurde:
Stadthalle     = N + Z
Staufenhalle = HO
Eislaufhalle  = Spur 1
Bahnhof       = 220:1    😉
In der Staufenhalle konnte man am MM Stand ein Präsent (M-Jutebeutel) abholen. Das neue Buch über unsere Spur, im letzten MM beworben, wird voraussichtlich erst im Juni/Juli erscheinen.
Der kostenlose Reparaturstand von Märklin war auch hier zu finden. Wie alles hier in dieser Halle, war auch er extrem belagert. Auf dem Märklinstand war eine
sehr geniale Modulanlage aufgebaut, die mir bis dato noch nicht bekannt war. Es
stellte sich heraus, dass dies die Anlage von Manfred Jörger war. Es war mein
erster Kontakt mit Herrn Jörger, und der war sehr nett. Ich habe gleich noch einen
Gleisreinigungswagen mitgenommen und…. Jaaaa, er hat sein neues
Entkupplungssystem vorgestellt. Absolut überzeugend. Für jedermann ohne viel
Aufwand nachzurüsten und absolut zuverlässig. In einem stilisierten Bahnhof mit 3
Gleisen wurde im Inneren die Zuglok abgekuppelt und die Hänger dann von einer
anderen Lok aus dem Bahnhofsbereich rausgezogen. Der Bereich innen im Bahnhof
wurde von einer Videokamera auf einen Monitor übertragen, so dass wir Zuschauer
alles genau mitverfolgen konnten. Klasse.
Endlich konnte man den Anhalterbahnhof live bestaunen. Ist schon gaaaaanz schön groß. Auf meinen Fotos kann man, glaube ich, ganz gut erkennen das er auch im Inneren gut strukturiert gebaut ist. So sieht der Einblick ziemlich realistisch aus. Ob so etwas auf einer Anlage zu hause möglich ist, kann ich mir nur schwer vorstellen.

 

Jörger-Brücke
Jörger-Demo
Jörger-Magnet
Entkuppler 1
Jörger-Monitor
Entkuppler 2
Jörger-Stadt
Anhalter 1
Luftbild
Anhalter 2
Einblick

 

Ab 12 Uhr wurde es so voll, dass ein Bewegen in den Hallen kaum noch möglich war.
Gegen 16:00 Uhr besserte sich dieser Zustand wieder und leichte Manövrierbewegungen in den Gängen waren möglich.
Am Sonntag war es zum Glück nicht ganz so voll. So quälte ich mich langsam von Stand zu Stand. Meine Highlights waren:
– Jörger, wie schon beschrieben.
– Freudenreich mit super Anlage in Zm mit funktionstüchtiger Lok

 

 

– Heckl, die neuen Akkuschlepper und die Bausätze der Telefonhäuschen.

 

– Railex der Gleisbauzug in Epoche I, rollfähig mit super Nachbildungen der einzelnen Wageneinheiten.(Imprägnierwagen, Leuchtgaswagen, Rungenwagen, und Niederbordwagen mit Kreissäge) Das alles für 440 Euro empfinde ich als angemessen.

Alles, was mir sonst noch so vor die Augen kam, habe ich auf vorherigen Messeberichten bereits
beschrieben:
Krüger, Saller, MZZ, Luft, Scholz, Schmidt, Z-Club92, IG Spur Z,


Papierstadt
Diese 2 Z Freunde (links) haben bei ihrer Reiseanlage in Koffern alles aus Papier gebaut. Die Vorlagen der Gebäude stammen lediglich von Postkartenmotiven. Es handelt sich nicht um fertige Papierbögen. Zwischen den Koffern stehen noch diverse Gebäude auf einem Tisch. Die Vorlagenpostkarte klebt immer auf der Unterseite des Bauwerks. Absolut kreativ, wenngleich es mir farblich etwas zu mutig ist.


Für den Ausstieg vom simplen Analogsystem bieten sich die Systeme von Gahler +
Ringstmeier und Müt an. Ich persönlich werde mit einer Entscheidung hier noch
warten. Beide Varianten erscheinen mir sehr aufwändig und noch entwicklungsfähig.

 

Die Verbindung der einzelnen Hallen wurde durch ein kostenloses Shuttlesystem
sichergestellt. In den Bussen war es immer brechend voll.
Trotzdem: ein klasse Service.
Andrang-am-ShuttleAndrang am Shuttle

 

Das Göppinger Stellwerk
sieht tatsächlich genau wie das Modell aus.
Die Besonderheit gegenüber anderen Modellbahntreffs war im Göppinger Bahnhof zu
finden. Hier standen diverse Vorbilder in 220:1 aus verschiedenen Epochen.
Mein Highlight hier war eine Fahrt mit einer BR50 die Geislinger Steige rauf ohne Schublok!


Eine E103 war auch dabei, das alte Arbeitstier habe ich mir auch von
innen ansehen dürfen und ein wenig mit dem Lokführer geplaudert, bis dann die noch
draußen wartenden anfingen zu meutern 🙂

 

BR38.

BR50-1

BR50-2

BR50-3

BR75

E103-Innen

E103

ICE3

Medley

S3-6


Das war nicht alles, als Dampfer standen noch eine S3/6 (die blaue von Märklin)
und eine BR 35 dort. Das deutsche Krokodil lauerte auf Beute. Ein ICE 3, einige
Rangierloks, ein neuer Kesselwagen von Henkel… vielleicht noch mehr,
aber das habe ich wohl vergessen 🙂

Als Fazit kann ich nur feststellen, dass es sich für mich absolut gelohnt hat,
dort hin zu fahren. Besonders schön war der Kontakt zu den anderen Z-Freunden, die
einem dann auch schon namentlich aus der einen oder anderen Liste oder von eBay
bekannt waren. Dass es so viele werden würden, hätte ich nicht gedacht.

Besonders viel Spaß hatte ich mit Arnim, der mich mit seiner Ural durch Göppingen
kutschiert hat (in den Kurven habe ich immer ein wenig um mein Leben gefürchtet 🙂
Wir haben uns jeden Abend in einer Pizzeria oder im „Paradies“ getroffen (Die
Portionen waren wirklich paradiesisch). Thomas hatte die Planung diesbezüglich gut
im Griff. Insgesamt sind über 40 Z Freaks auf Thomas‘ Liste eingetragen. Es gab jede Menge Spaß. Um Themen war man nie verlegen 🙂

 

Ural

 

Die Ural von Arnim

 

Eigentlich hatte ich Arnim nur darum gebeten, mir einige der Bilder vom Modellbahnteff aus Göppingen zuzusenden.
Aber er hat es sich nicht nehmen lassen, gleich einen Bericht aus meiner Perspektive zu verfassen. Das Ergebnis könnt ihr sehen. Ich habe mir ein Dauerschmunzeln nicht verkneifen können.


Moin, liebe Mitbürger.
Ich möchte Ihnen hier Kund und zu Wissen tun, dass der Snack „Wenn einer eine Reise tut,
dann kann er was erleben“ seine Gültigkeit nicht verloren hat. Da meint man als
seriöser Hanseat kein Risiko einzugehen, wenn man den Geltungsbereich des Grundgesetzes
nicht verlässt, auch wenn man sich in das Gebiet südwestlich der Weser wagt. (Das
gespannte Verhältnis zu Bremen hätte mir als Hamburger allerdings eine Warnung sein
müssen.) Auch von dem zu besuchenden Menschenschlag der Modelleisenbahner schien keine
Gefahr auszugehen. Dass zu guter Letzt auch noch meine grundsolide Schulausbildung in
ihren Grundfesten erschüttert wurde, sei hier nur noch am Rande erwähnt.Aber sehen Sie selbst. Die beiliegenden Bilder sind von einem mutigen Reporter unter
Einsatz seines Lebens angefertigt worden und dokumentieren die Gefahren, denen ich bei
meinem Besuch in den Randgebieten des Balkans ausgesetzt war und glücklicherweise
relativ unbeschadet entkommen konnte.Schwer bewaffnete (beachten Sie bitte die leere Bierflasche, die binnen
Sekundenbruchteilen an einem Laternenpfahl in eine gefährliche Hieb- und Stichwaffe
verwandelt werden konnte) Vertreter des Stammes der sogenannten Schwaben in ihrer
weißen Kampfkleidung zwangen mich in ein Fahrzeug der verbündeten schwarz gekleideten
vaterlandslosen Gesellen [angeblich handelte es sich bei dem hier zu sehenden
Bandenmitglied um einen Hessen, dies ist allerdings zu bezweifeln, da aus seinem
Verhalten eher abzuleiten ist, dass es sich um einen Mischlingsnachkommen der Cherusker
(Todfeinde der zivilisierten Römer) und Mongolen (asiatische Horden, die erbarmungslos
Europa überrannten und bei ihrem letzten Einfall 1944/45 eben gerade solche Fahrzeuge
zurück ließen) handelt]. Letzterer behauptete auch noch im Rheinland wohnhaft zu sein; bekanntermaßen sind dort in den letzten tausend Jahren alle Übel Europas durchgezogen… Wie dem auch sei. Diese gemeingefährlichen Zeitgenossen stülpten mir hönischerweise einen Bauhelm aufs Haupt,
da sie meinten damit dem grundgesetzlichen Recht auf körperliche Unversehrtheit genüge
zu tun. Zynischerweise war dieser Helm auch noch als Arbeitsmittel des TÜV ausgewiesen
– allerdings des süddeutschen, was, wie ich inzwischen weiss, die Sache ein wenig
relativiert. Denn -und hier kommt die erschütterte Schulbildung ins Spiel – der Balkan
beginnt nicht hinter Budapest oder Passau, wie einige Menschen nördlich des Main
behaupten, sondern ganz klar spätestens schon auf Höhe des letztgenannten Flusses. So ausstaffiert wurde ich auf einen Höllenritt quer durch die Modellbahnkapitale
gezwungen. Währenddessen wurde ich noch zur Teilnahme an der diesen Individuen eigenen
Form des Stierkampfs aufgefordert. Bei diesem werden allerdings keine Stiere eingesetzt
sondern reale Züge. Da der Barbar sich auf die Corrida* konzentrierte ist ihm
glücklicherweise entgangen, dass ich mich diesem Wahnsinn entzog. Nach einigen
Kilometern voller Gefahren und – ja das sei hier zugegeben – Angst, zahlte sich der
Umstand aus, dass wir uns eigentlich zu einem festlichen Anlaß in der düsteren Metropole
der Möchtegernweltenlenker (gemeinhin als Modellbahner verharmlost) getroffen hatten.
An diesem Abend ließen sie Gnade vor ihrem Recht ergehen und mich am Leben. Obgleich
die drogenreiche Zusammenkunft im Freien stattfand, hat meine Gesundheit keinen
weiteren Schaden genommen. Am nächsten Tag konnte ich dann glücklicherweise dem
Einflussgebiet dieser furchterregenden Stämme in unsere weltoffenen Heimatstadt
entkommen.Ergebenst Ihr Otti
(verdammt noch mal, wie heißt Du eigentlich mit bürgerlichem Namen?)* Arnim wollte auf dem Göppinger Bahnhof nur noch schnell ein paar Fotos schießen. Dazu mussten wir über die Gleise. Wir wollten den kurzen Weg…. Also ab . Ein Bahnbeamter der uns sah, rief gleich lauthals hinter uns her. Ich Feigling blieb stehen, Arnim ließ sich aber nicht aufhalten. — Durch den Lärm eines am Bahnsteig stehenden Zuges, und darauf konzentriert den Bahnbeamten nicht zu hören :-), ist Arnim fast direkt vor einen einlaufenden ICE gerannt

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