Vicelinkirche

Kirche-Ratekau-Masse

Maßplan

Die Kirche im Dorf stehen lassen, das habe ich auch vor.
Jedenfalls auf dem Modul Ratekau.
Ich hatte mir seit dem Winter 2012 keine weiteren Gedanken über Gleisverläufe, dafür aber um so mehr über die Gestaltung neuer Module und deren  Hauptthema gemacht.
So entstand, auf Grundlage eines Bastelbogens, der Feldstein-Kirche hier im Ort, mein erster Prototyp.
Alle Teile des Bausatzes habe ich gescannt und auf das richtige Maß skaliert.

Um sicherzustellen, dass die Maße passen, habe ich die Kirche mit dem Laserzollstock vermessen und die Werte in die Zeichnung eingetragen. Dabei konnte ich gleich fehlende Anbauten und Fenster ergänzen.

 

Pappmodell

Papiertestmodell

K2-ez2

Das Vorbild

Links mein Papier-Probebau im richtigen Maßstab.
Die kleine Kirche wirkt neben anderen Modellbauten erstaunlich imposant.

Rechts das Vorbild nach dem ich mit Gimp zum Teil die stürzenden Linien beseitigt habe. Der Turm ist tatsächlich so schief.

Das nächste Modul wird sich, das ist nun offensichtlich, mit meiner Heimatregion beschäftigen. Es müssen nicht immer die Alpen sein.
Bei der Kirche habe ich vor, die Außenmauern komplett aus kleinen Kieseln herzustellen, um die Feldsteinoptik möglichst genau nachbilden zu können.
Ich freue mich schon auf den Winter ? .

4. Juli 2015

Start des Kirchenbaus, Kirchenbau 1

Nach den ausgiebigen Recherchen, die Maße der Kirche betreffend, und viele Vorbild-Fotos später geht es nun endlich los.
Ist es möglich, dieses Dorf beherrschende Gebäude glaubhaft und vorbildnah im Maßstab 1/220 nachzubauen?

Kirchenbau_1

Turmteile

.

Der Turm macht den Anfang.Um dem Kirchturm ein zylindrisches und stabiles Skelett zu verpassen, mopse ich meiner Frau eine Dose Gewürzsalz, die den perfekten Durchmesser hat.  ?Darauf klebe ich einen Bogen Papier, auf dem die Fensteröffnungen und die Textur dargestellt sind. Die Textur brauche ich nicht, aber die Fenstermarkierungen, damit ich später die Fenstergrößen und Dimensionen vorbildgerecht herstellen kann.

Kirchenbau_2

Material

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Alle Wandteile und die Grundplatte klebe ich auf Trägermaterialien, die die für mich gewünschten Eigenschaften aufweisen.

Den Maßplan der Grundplatte auf eine Hartfaserplatte, die Wandteile auf Bastelkarton und die runde Apsis auf einen Rasierwasserflaschendeckel.

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Bohrungen

.

Anfangs hatte ich noch Fototexturen auf den Seitenwänden der Wandteile.
Beim Entzerren mit Gimp blieben an einigen Stellen falsche Dimensionen erhalten.
So habe ich das wieder geändert und sie durch Zeichnungen ersetzt, da die genauer als die Fotovorlagen sind.

Im nächsten Schritt vor dem Aufbau werden die Löcher für alle Fenster geschnitten.

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Aufgebaut

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Die gut vorbereiteten Teile werden entsprechend der gedruckten Maßlinien an ihren Positionen aufgebaut und stabil verklebt.

Kirchenbau_5

Wandaufbau

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Jetzt kommt die Fisselarbeit des Kieselsteinklebens.
Alle Steinchen bringe ich mit einer Pinzette auf.
So habe ich Einfluss auf Farbe, Form und Position der Steine. Ein Berieseln habe ich versucht aber wieder aufgegeben. Das anschließende Füllen entstandener Löcher und das Trennen aufeinander liegender Steine dauerte länger und war optisch weniger ansprechend als das Platzieren mit der Pinzette.

Versteinert

Versteinert

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Fünf Tage später sieht das Ganze dann so aus.

12-Kirchendach

Kirchendach

Schnitt

Schnitt

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Zum Schließen der Verbindungsflächen des Daches zum Turm benutze ich einen Platzhalter aus Papier.
Den Platzhalter habe ich nach einer Hilfe von Andrej zugeschnitten.
An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank für die Hilfe!

Später wird das meine Schablone zum Anfertigen der Dachplatten sein.

8. Februar 2016

Kirchenbau 2

14-dach1

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Nach dem Platzhalter für das Kirchendach, wie zuletzt beschrieben, habe ich dann Kibri-Dachplatten in die vorher mit Papier erprobte Form gebracht.
Gerade der runde Bereich am Turm stellte eine kleine Herausforderung dar.

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Dem großen Dach über dem Kirchenschiff folgte das etwas Kleinere, das mit wesentlich geringerem Aufwand erstellte werden konnte.
Die Dächer sind schon zum jetzigen Zeitpunkt wichtig, um beim Verputzen der Kieselwände den oberen Wand-Abschluss vernünftig herstellen zu können.

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Der kleine Anbau bekommt seine Dachplatten.
Dieses kleine Dach ist etwas kniffliger, da die unregelmäßigen Wandabschlüsse und der Bereich über der Tür sorgfältig angepasst werden müssen.
Noch wird alles nur mit Tesafilm fixiert, um noch Möglichkeiten für Feinanpassungen zu haben.

19-Kirche-verputzt

.

Auf diesem Bild sind alle Seitenwände bereits verputzt.

Ich habe extra helles Material verwendet, da die Vorbild-Kirche mit Kalk vom Segeberger Kalkberg verputz wurde und auch im Original sehr hell wirkt.

28-schleifen.

Damit, wie beim Vorbild, die Außenwände einen geringeren Fugenanteil haben und die Steine mehr Oberfläche belegen, habe ich die Oberfläche, wie auf dem Bild zu sehen, geschliffen. Zudem bekomme ich so das Fugenmaterial von der Oberfläche der Kiesel wieder herunter.
Damit dieser Prozess mit nicht alles vollstaubt, habe ich den Staubsauger direkt neben der zu schleifenden Stelle platziert.

36-Kirche-vergleich

.

Man erhält schon jetzt einen Guten Eindruck darüber, wie das Modell mal wirken wird.
Zum Vergleich habe ich es hier dem Probemodell aus Papier gegenüber gestellt.

Im nächsten Beitrag kümmere ich mich dann um das Runddach der Apsis.
8. Juni 2016

Kirchenbau 3

Die Entstehung des Runddaches an der Apsis.

43-runddach .

Aus Papier erstelle ich diverse Musterdächer, bis die Teilung und Neigung passt und die Form ein Halbrund ergibt.
Das dauert länger und benötigt mehr Gehirnschmalz als ich vorher dachte.
Aber wie wir alle wissen, Papier ist geduldig. ?

44-schablone .

Das Papiermuster baue ich testweise an das vorhandene kleine Dach.
Die große Frage ist, bekomme ich die sechs Tortenstück ähnlichen Dachteile so akkurat hin, dass später ein vernünftiger Eindruck entsteht?

Versuch mach kluch ?

45 .

Die Papierschablone teile ich in die einzelnen Segmente auf, und nummeriere sie durch.
Später beim Anpassen der Teile kann ich so die Reihenfolge einhalten und die Passungen ändern sich nicht ständig.

46 .

Die Schnipsel klebe ich alle von hinten auf eine Kibri Dachplatte auf.

So kann ich die Einzelteile alle der Reihe nach sorgfältig herstellen.

47-Ausschnitte .

Im nächsten Schritt werden mit der Feile alle Seitenkanten der „Tortenstücke“ abgeschrägt, damit eine leichte Gehrungsartige Form an den Seiten entsteht.

Dadurch verhindere ich zu große Spaltmaße an den Übergängen der sechs kleinen Dachsegmente.

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Auf einer Papiervorlage mit der aufgedruckten Teilung klebe ich die Tortenstücke an das Dach.

Nach jeder Verklebung heißt es warten, damit beim nächsten Stück das Vorherige nicht aus der Form bewegt wird.

50 .

Die Klebestellen sind noch nicht ganz trocken, aber das Ergebnis sieht schon recht überzeugend aus.
Auf die Verbindungsstellen aller Dachflächen kommen später noch, zur Abrundung der Optik, Firstziegel.

51k .

Alle Dächer auf dem Kirchenschiff sind fertig, nur das Turmdach steht noch aus.
Bislang dachte ich es wäre mit Schieferschindeln gedeckt.
Aber in dem Wikipedia-Eintrag über die Kirche konnte ich mich eines Besseren belehren lassen. Das Turmdach besteht aus Holzschindeln.
Das wird den weiteren Bastelverlauf verändern. Die Tüte mit den Minischieferschindeln kommt wieder weg und meine Holzfurnierplatte muss ich wiederfinden, um daraus Schindeln schneiden zu können.

4. Juli 2016

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit … Kirchenbau 4

Diese Fotoreihe beschreibt den Vorgang des Türbaus nach Fotovorlagen.

Vier Zugänge hat die Kirche.
Drei davon sind älterer Natur und für den Nachbau etwas aufwändiger herzustellen.
Als Baustoff habe ich eine Fimo artige Masse erkoren. Trocken wie Gips zu bearbeiten aber etwas besser formbar und später nicht so bruchempfindlich.

52-tuer-li
Die Nordtür.
Lackierter Rohling und Fotovorlagen für die weiteren Schritte.
53-tuer-liDie Nordtür.
Der Rohling lackiert und das Mauerwerk eingeritzt.
59-tuer-liDie Nordtür.
Die Bögen eingebaut und die Säulen aufgestellt.
62-tuer-vDer Haupteingang.
Fotovorlage.
61-tuer-vDer Haupteingang.
Die Bögen im Rohbau. Die Fotovorlage benötige ich, um die Dimensionen einzuhalten.
63-tuer-vDer Haupteingang.
Der erste Tür-Bogen ist eingebaut.
64-tuer-vDer Haupteingang.
Der zweite Türbogen. Nach dem Trocknen der Masse wird der Bogen mit Feile auf Maß gebracht.
65-tuer-vDer Haupteingang.
Das sieht dann so aus …
67-tuer-vDer Haupteingang.
Alle drei Bögen in lackiertem Zustand noch ohne Gravur …
68-tuer-v… die dann hier zu sehen ist.
Der Haupteingang.
69-tuer-vDer Haupteingang.
Die Papiertür wird später noch durch eine Echtholztür aus Furnier ersetzt.
 60-tuer-reAuf dem gleichen Weg ist die südliche Tür der Kirche entstanden.

8. August 2016

Fensterln, Kirchenbau 5

Fensterbau in der Feldsteinkirche

72-fenster-rund
Die Kirche Historisch ?
Was ist denn da seitlich am Turm dran?
70-Fenster-rund
Ranzoooom … Da kommt ihr irgendwas aus den Ohren raus.
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Das wird das runde Turmfenster. Da die Turmwand beim Original sehr dick ist, muss hier noch Material hin. Das Loch wird nach dem Trocknen der Masse zurecht gefeilt.
76-fenstger-rund
Was dann nach dem Einsetzen der Fenstersprossen so aussieht.
Die Sprossenfenster entstehen aus Fliegengittergewebe, wie auf dem rechten Bild zu sehen ist.
Für das Turmfenster (links) wurde es vorher mit weißer Farbe behandelt.
Rechts kann man auch gut den „inneren“ Aufbau der Portalbögen erkennen.
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80-fensterAlle Fenster, am Turm und dem Kirchenschiff.
Alles schon „verglast“.
Auf dem Bild rechts sind alle Fenster eingebaut und verglast.
Es fehlt noch das richtige Turmdach.Die Schneefanggitter, Wetterhahn und Kreuze zeichne ich und baue sie als geätzte Teile an.
 81-komplLangsam nimmt alles Gestalt an.
 8. September 2016

Aufs Dach gestiegen, Kirchenbau 6

Das Turmdach stellt eine besondere Herausforderung dar.
Dachte ich beim Betrachten der Kirche immer es handelt sich um Schieferschindeln, musste ich mich bei der Internetrecherche eines Besseren belehren lassen. Es sind Holzschindeln.
Also lege ich meine Tüte mit Schiefer-Minischindeln beiseite und überlege, ob das im Modell umsetzbar ist.
Durch Überlegen allein komme ich aber nicht voran, ich lege einfach drauf los!
Eine Furnierplatte, 0,5mm stark, ist in meinem Besitz. Die Materialstärke ist recht unwichtig, da ich später mit dem Schmirgel für den richtigen Eindruck sorgen will.

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Ich fange also an, kleine Holzschnipsel zu schneiden,
um mein Dach anschließend damit eindecken zu können.
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Diese Schnipsel klebe ich dann auf mein Pappgrundgerüst, von unten beginnend, auf.
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So muss ich dann Reihe um Reihe überlappend aufkleben. Wichtig ist die sichtbare Kante, was unter den Schindeln nicht korrekt ist, bleibt später verborgen.
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Ich bin überrascht, wie oft ich Schindeln nachschneiden muss. Es gehen eine ganz Menge auf das Dach rauf.
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Damit die Dachschindel-Reihen später gleichmäßig aussehen, versehe ich den Grundkörper mit Hilfslinien, damit ich in der Flucht bleibe.

20 Tage später kann ich zum ersten Mal testen, wie das fertige Dach auf dem Turm zur Wirkung kommt.
Die Oberfläche habe ich solange mit dem Schmirgel bearbeitet, bis die Kanten der Schindeln eine Dicke aufwiesen, die für den Betrachter als plausibel erscheinen.
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Den Grundkörper für die Turmuhr erstelle ich aus Polystyrolteilen. Im Hintergrund ist ein Foto des Originals zu sehen.

Zweite Stellprobe, nun mit Uhrenhäuschen, Turmspitze und Wetterhahn. Der ist noch aus Papier. Eine Vorlage für das Ätzen habe ich schon erstellt. Wenn er fertig ist, wird der Messingvogel den Papierplatzhalter ersetzen.

In diesem Schritt haben die Schindeln ihre Patina erhalten. Hier wurden mehrere Schichten unterschiedliche Farbtöne vorsichtig von oben nach unten auf das Holz gerieben.
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Hier ist nun der Turm komplett. Mit Uhr und Turmspitze und einer Patina, die der des Originals nahe kommt.

8. Oktober 2016

Dachverbund, Kirchenbau 7

Nach dem Turmdach stelle ich die restlichen Dachflächen fertig.
In Kirchenbau 3 hatte ich das Zuschneiden und Anpassen der Dachteile beschrieben.
Die Dachübergänge sind in der Realität mit Reiterpfannen geschützt und sollen im Modell ebenfalls nachgebildet werden.
Die einzelnen Schritte zeige ich hier auf.

97-Regenrinne
Die Dachreiter stelle ich aus Kupferdraht her.
Dazu feile ich den Draht zur Hälfte plan.
Damit das erfolgreich gelingt, habe ich ein Brett mit einer Nut angefertigt. Darin kann der Draht beim Abfeilen nicht verrutschen.
98-Reiter
Die so angefertigten Drahtstücke werden dann sorgfältig auf die Dachflächenübergänge geklebt und anschließend abgelängt.
98-Reiter-2
Jetzt ritze ich die Struktur der einzelnen Platten in den Draht ein. Dabei orientiere ich mich an den Abständen auf der Dachfläche. Im Detail sieht es dann so, wie oben abgebildet aus.
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Nach dem Lackieren entsteht dann eine überzeugendes Dach mit den verschiedenen Dachflächen.
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Das Kleine Dach für den Anbau wird auf die gleiche Art gefertigt.
99-Daecher
Hier nun das Ensemble aller fertigen Dachteile in der Übersicht

Im nächsten und letzten Schritt werden alle Teile zusammengesetzt und gealtert.

Letzte Ätzteile an der Turmuhr und auf den Dächern vervollständigen das Modell.
8. November 2016

Kirchenbau 8, Fertig.

Hier ist sie nun die fertige Kirche.

Sie gefällt auch meiner Frau und darf daher vorerst im Wohnzimmer wohnen.
Um die Kirche zu schützen, habe ich ihr eine Vitrine gegönnt.

kirche_vitrine

Die Ratekauer Kirche in der Vitrine, Frontalansicht…

kirche_vitrine2

… und von der Seite

Nach dem Aufsetzen der Dächer fehlten nur noch einige Details.

Das waren die Schneefanggitter und ein Kreuz auf dem Hauptdach, Regenrinnen, der Wetterhahn auf dem Turm und die Uhr.
Die Teile habe ich nach meinen Zeichnungen ätzen lassen. Die Uhr hat bewegliche Zeiger auf einem erhabenen Ziffernblatt. Der Turm bekam noch noch diverse Maueranker und die Echtholztüren der Eingänge Türgriffe aus Messing.

Das Ergebnis überzeugt!
4. Dezember 2016

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